00:02
Zachary, guck mal, das Feld. Alles gelb.
00:03
Gelbe Wiesen. Toll, oder?
00:22
Ist so anders als erwartet. Gelbes Gras.
00:27
Die Angst ist Erinnerung. Die Erinnerung Fantasie.
00:32
Die Fantasie steht still. Die Angst ist nur noch ein Gedanke.
00:41
Du kannst doch nicht mit auf der Straße laufen, du Idiot. Gute Reise.
00:48
Ey, bist du lebt, Söder?
00:51
Warum, Fee?
00:54
Warum soll ich ins Innere der Stadt, in die Enge, zu den Menschen?
00:59
Frag nicht. Denk nicht. Lauf.
01:06
Ich gehe von Tür zu Tür.
01:08
Von Welt zu Welt.
01:10
Das Böse wird schweigen. Die Welt wird in Ordnung sein. Fee? Fee!
01:18
Hallo? Alles in Ordnung mit Ihnen?
01:21
Um mich herum Regenbogen.
01:24
Flemmernde Schatten hinter der Wasserwand. Die Fee des frühen Morgens ist verschwunden. Hinter der Wand aus Wasser ein Junge, der mich ansieht. Ein Eis in der Hand. Keine Angst, Junge. Lustig siehst du aus. Ich kenn dich doch.
01:43
Du guckst mich an, als ob du mich was fragen willst. Du hast gar keine Angst. Gut so.
01:54
Was wollen die verbotenen Autos hier? Polizei. Ich mag die Uniform. Das strahlende Blau, das sie beschützt. Ich trage nichts.
02:07
Ich trage die Uniform der Engel hinter der Wand aus Wasser, die mich schützt. Die Sonne ist heiß. Sie klebt auf dem harten Himmel. Das Messer ist kalt auf der Haut.
02:20
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs...
02:26
Einem Wand aus Menschen hinter der Wand aus Wasser. Eine Wand aus Uniform.
02:31
Hören Sie mich?
02:32
Nur der eine trägt eine schwarze Jacke. Ein schwarzer, praller Fleck in der klebrigen Sonne.
02:38
Hören Sie mich?
02:40
Warum schmilzt du nicht schwarzer Fleck, tropst zum Boden und verrinzt?
02:44
Ich fordere Sie auf, herauszufinden. Weg, weg, weg von mir. Gehen Sie das Messer weg.
02:49
Vorsicht, Zacharie. Du musst jetzt ganz vorsichtig sein.
02:53
Verstehen Sie, was ich sage?
02:54
Die Fee des frühen Morgens kommt erst mit der Morgendämmerung zurück.
02:58
Legen Sie das Messer weg!
02:59
Keine Angst. Ich bin hier. Kein Grund zur Sorge. Messer! Weg! Sie erkennen mich nicht, die Menschen. Wie soll ich ihre Schuld in Mut umwandeln, wenn sie blind sind?
03:13
Engel! Was? Das Messer! Ich bin ein Engel! Das sind sie nicht. Hören Sie auf sich Wunden zuzufügen.
03:22
Siehst du denn nicht, dass ich gekommen bin, um deine Schuld von meiner Haut zu waschen? Nein, nicht näher kommen. Messer weg! Das ist mein Raum. Sofort! Zwischen die Wasserwände. Geh weg von mir, schwarzer Fleck. Lass mich einfach nur ein Engel sein.
03:46
Zachari lernt, durch Wände zu gehen. Krimi-Hörspiel nach dem Roman von Jan-Kostin Wagner.
03:57
Ich war länger unten. Okay, nochmal aber mit reinspringen. Ja, klar.
04:02
Weg, Sensi. Gleich liegt der See wieder still unter der gleißenden Sonne.
04:12
Ich bleibe nicht stehen und beobachte die Wasseroberfläche. Ich bringe das Geschirr zurück ins Haus, ohne mich umzudrehen, ohne die Sekunden zu zwingen.
04:21
Dieses Mal war ich länger unten. Stimmt, nicht waschen vor dir unter Wasser. Ach egal, lass uns anders nehmen und verkehrt herum reinspringen.
04:32
Oh ja. Sag mal, wie wäre es denn mit Eis?
04:34
Nicht jetzt, Papa, später.
04:36
Jawohl, Meisterin.
04:37
Okay, jetzt verkehrt herum. Okay.
04:41
Auf die Plätze. Kimo. Fertig.
04:42
Patrick.
04:43
Ich hoffe, ich störe nicht.
04:46
Natürlich nicht. Er sieht gerzt aus. Ruhe los. Magst du ein Eis?
04:50
Kimo, ich weiß ja, dass du heute noch Urlaub hast, aber du musst mir etwas erklären.
04:56
Irgendwas stimmt da nicht. Dieser Mann. Ich glaube, dass er... Welcher Mann? Der Mann, den ich... Kimo. Da war ein Mann. Ich musste... Was denn?
05:10
Er war noch fast ein Kind.
05:12
Ein Junge. Ich habe ihn erschossen.
05:18
Komm. Wir gehen ins Haus. Da haben wir Ruhe. Und du erzählst, was passiert ist.
05:31
Da kam ein Notruf. Ein Mann, der sich entblößt hatte und mit einem Messer in den Brunnen gestiegen war.
05:37
Der Brunnen am Marktplatz? Ja.
05:40
Es war so hell, sehr warm. Er stand da hinter dieser Wand aus Wasser, nackt, mit einem Messer und fuhr damit ganz ruhig über seine Arme. Und an den Armen, da lief das Blut herunter. Ich habe nicht gesehen, dass er noch ein Kind ist. Er war groß.
06:02
Dann war da dieser andere Junge, vielleicht elf, zwölf. Der stand ganz nah am Brunnen mit seinem Eis in der Hand. Und ich dachte, dass es nicht richtig ist. Dass da jemand ist, der alle verstört, die Kinder in Angst versetzt.
06:13
Was ist mit den Kollegen? Was sagt unser Chef?
06:16
Sundström sagt, ich soll erst mal zur Ruhe kommen. Er hat mir meine Waffe abgenommen. Sie werden mich befragen, Kimmo. Die Interne ermittelt.
06:25
Verstehe.
06:27
Darf ich mal an deinen Laptop? Bitte.
06:29
Papa, ich hole uns...
06:31
Oh, hallo, Petri.
06:32
Hallo, Sanna.
06:33
Ähm, ich hole uns jetzt Eis, ja?
06:35
Mach das. Es ist auch noch Minze-Eis da.
06:38
Super. Und noch was. Wir müssen ein Geodreik finden.
06:41
Warum das denn?
06:42
Marisa will den Mond messen. Später natürlich, in der Nacht.
06:46
Alles klar.
06:48
Hier, das ist das Facebook-Profil von ihm.
06:52
Zachary Eckmann, Beruf, Engel, ein schönes, offenes Lachen.
06:56
Im Brunnen unter dem Wasser, das ist ein anderer gewesen.
06:59
Alleiniger Bewohner der Wolken-WG, Apartment 34, Turunthier 121.
07:05
Vor ein paar Tagen hat er das hier hochgeladen. Ein Gemälde.
07:08
Blaues Wasser unter noch blauerem Himmel. Ganz fein der Unterschied zwischen den Farbebenen. Vereinzelte weiße Wolken. Wolkenbege.
07:18
Ich wollte hinfahren, aber ich hab's nicht geschafft. Kannst du?
07:22
Ja. Ich fahre da mal hin.
07:26
Guck doch mal, hier. Zachary Eckmann als Kind bei einem Fußballturnier. Wie stolz er den Pokal hochstammt. Das war vor zehn Jahren.
07:33
Vor zehn Jahren.
07:35
Ein warmer Sommer wie dieser. Vor zehn Jahren ist Sana zur Welt gekommen.
07:40
Larissa gestorben. Sakari hat vier Tore geschossen.
07:45
Heute ist er größer gewesen. Viel größer.
07:47
Petri, du ruhst dich jetzt erstmal aus.
07:50
Das müsste die Adresse der Eltern sein. Moment, hier. Nummer 48, das ist es.
07:55
Ein helles, blaues Haus. Daneben in dunklem Blau des Nachbarhauses. Wie der Himmel und das Meer auf Sakaris Bild.
08:03
Warum Zachary Eckmann wohl bei seinen Eltern ausgezogen ist?
08:06
Kimo, kannst du... Würdest du da auch hinfahren? Morgen? Sprechen mit den Leuten?
08:12
Erstmal schaltest du den Rechner aus. Los, komm. Du kannst auf dem Sofa schlafen.
08:18
Es ist eine schöne Wohngegend, da in der Antalli. Ich weiß etwa, wo das ist.
08:23
Ich bring dir noch ein Kissen. Sana, Marisa, kommt ihr rein?
08:28
Oh, jetzt schon? Noch ein bisschen, Papa.
08:31
Ihr könnt ja drinnen noch weiterspielen.
08:33
Okay, wir kommen.
08:37
Schlaf gut, Patrick.
08:44
Bist du noch gar nicht müde, Erik? Nein. Wo ist Mama? Oben. In Emmas Zimmer, vor dem Computer. Wo auch sonst?
08:52
Wo warst du? Ich war in der Stadt, am Marktplatz. Hab ein Eis gegessen.
08:57
Ein Ei. Meloneneis.
09:01
Der fremde nackte Mann, der mit dem Messer, das war ein Junge. Keine Angst, hat er gesagt und mich angeguckt. Ich hatte keine Angst. Ich kannte ihn ja irgendwie.
09:17
David, bist du da?
09:19
Beim Rufen flüstern, das kann nur Mama. Ja Mama, ich komme.
09:26
Jetzt fragt sie mich bestimmt gleich. David, kannst du mir helfen?
09:30
Ich kann Emmas Bilder nicht mehr finden. Emmas Bilder?
09:33
Emmas Gedenkseite? Die Instagram-Bilder auf ihrer Seite?
09:37
Ja. Ja, genau. Ich weiß nicht mehr, wie ich da hinkomme. Zu Emma.
09:43
Okay, also du musst da klicken. Ja, genau. Und dann musst du hier das Passwort eingeben.
09:52
Emma.
09:53
Emma lacht. Mama schweigt.
09:59
Ich komme, Erik. Ich bringe da mal Erik ins Bett. Mama?
10:07
Ja, mach das, David.
10:12
Emmas 15. Geburtstag. Der Kuchen, den wir zusammengebacken haben. Die überquellende, flüssige Schokolade.
10:25
Emma beim Schulkonzert auf der Freilichtbühne. Die strahlende, selbstbewusste Emma. Hat irgendjemand außer mir die andere Emma gekannt? Die nachdenkliche, zweifelnde Emma?
10:42
Nein, nicht mal Stefan hat das gesehen. Vor allem er nicht.
10:52
Heute bin ich ins All geflogen, Mama. Ich habe die Erde umkreist bei Astronauten. Aber weißt du was? Am allerliebsten bin ich hier bei dir und träume vom Fliegen. Ah, Astronauten. Ganz schön mutig, das Mädchen, oder? Dann schlaf mal schön und träume vom Fliegen. Was Papa wohl gerade macht.
11:15
Im Bett ist Handyverbot, hast du selber gesagt.
11:20
Ich sollte für Erik da sein.
11:23
Für David, wie schnell er erwachsen geworden ist. Innerhalb weniger Tage. Seit dem letzten Sommer habe ich ihn nicht mehr lachen sehen. Nicht mehr echt. Seit ein paar Wochen fragt er auch nicht mehr, wann Stefan nach Hause kommt.
11:47
Hallo Papa, wo bist du denn heute?
11:55
Ah, guten Morgen, Meisterin. Gut geschlafen?
11:57
Nee, die ganze Nacht wach gewesen. Ich jedenfalls.
12:01
Okay, Respekt.
12:03
Also, der Mond ist entweder zwei Zentimeter oder 3574 Meter dick. Eins von beiden.
12:11
Hm, was auch immer stimmt. Ich hätte es nicht gewusst.
12:13
Macht nichts, Baba.
12:15
Ich habe euch in der Küche schon alles fürs Frühstück bereitgestellt. Ist doch okay, wenn ich nachher mit Petri für eine Weile unterwegs bin, oder? Er braucht meine Hilfe.
12:24
Ja, ist in Ordnung, Papa. Wir kommen klar. Ich gehe jetzt Marisa weg in die Schlafmütze. Das kann dauern.
12:30
Ist klar. Viel Erfolg.
12:32
Bis später, Papa. Wir kochen übrigens heute Abend für dich.
12:34
Oh.
12:35
Und keine Sorge, das Haus steht noch, wenn ihr zurückgeht.
12:38
Na, dann ist ja gut.
12:39
Hallo, Sanna.
12:41
Hey, guten Morgen, Petri. Haben wir dich geweckt? Ich habe dich in der Früh schon mal gehört. Ja, ich bin zu Turunty 121 gefahren. Das ist eine Tagesförderstätte. Ambulant betreutes Wohnen.
12:54
Kaffee?
12:56
Danke. Und hast du was herausgefunden?
13:03
Die Nummer 34, die Wolkenbegie, befindet sich im dritten Stock. Auf Höhe der Wolken sozusagen. Ich bin jemandem begegnet. War wohl noch zu früh. Die Tür zu seinem Zimmer stand offen. An der Tür ein Zettel. Willkommen.
13:16
Und sonst?
13:17
Bei Zachary Eckmann ist das Meer zu Hause. Über Alleinwände in verschiedenen Größen, in dunkel und hellblau. Wie das Bild auf seinem Facebook-Profil. An der Decke einsame weiße Wolken. Ansonsten stehen da nur sehr akkurat gestapelte Kisten herum mit Krimskams, bunten Stofftiere, leere Bierflaschen, Karpensalat, sowas. Aha.
13:37
Kimo, ich habe mir überlegt, ich möchte mitkommen zum Haus der Eckmanns.
13:41
Wo? Ja, nach dem Frühstück fahren wir hin.
13:44
Betreutes Wohnen? Das bedeutet, dass dieser Junge irgendwie krank gewesen ist. Richtig? Oder drogensüchtig oder beides.
13:53
Das wissen wir noch nicht.
13:54
Ein Spinner, der nackt mit einem Messer durch die Stadt läuft und Kinder erschreckt. Von meinem Balkon aus schaue ich oft auf den Brunnen, den Marktplatz, wo alles passiert ist. Ich wohne da und er ist da einfach eingedrungen.
14:12
Warum hat Papa mir nicht auf meine Nachricht geantwortet? Gelesen hat er sie. Hey, kleiner Astronaut. Du bist jetzt schon wach. Wo ist Mama? In Emmas Zimmer. Vor dem Computer eingeschlafen. Wie fast jede Nacht.
14:25
Komm, wir wecken sie.
14:27
Hallo, Mama. David. Na, ihr beiden. Ich muss kurz eingeschlafen sein.
14:36
Ich hab Hunger.
14:38
Ich mach euch Frühstück.
14:40
Okay, ich geh Brühchen holen. Mama lächelt. Zu Hype jedenfalls. Ich sollte ein Foto machen. Wir könnten heute Emmas Schokoladenkuchen backen.
14:50
Oh ja, Emmas Kuchen.
14:52
Zu spät. Mamas Lächeln ist wieder verschwunden. Dann warst du jetzt. Wir waschen dir jetzt die Marmelade ab und dann geht's ab in den Pool. Die Runde schwimmen eben, ja?
15:07
So warm schon um die Uhrzeit.
15:09
Ja.
15:14
Es hat immer so lange gedauert, den Zuckerguss von den Händen zu waschen. Stefan hat nie mitgebacken. Dafür mit gutem Appetit gegessen. Hat von seinen Reisen in fremde Länder erzählt. Und gelacht. In seiner tiefblauen Uniform. Mama. Wie verloren der Junge aussieht.
15:38
Wir gehen jetzt raus. Ich schwimme ein paar Runden mit Erik. Ja, mach das.
15:44
Erik kann schon vorm Rand springen. Du kannst ja gleich mal gucken kommen, wenn du willst.
15:51
Großer David. Fragenseingang. Traurig. Einfach auf die Terrasse gehen, aufmunternd lächeln, staunen, applaudieren. Es geht nicht.
16:12
Ich kann einfach nicht.
16:24
Vielleicht geh du erst mal vor.
16:28
Die Häuser unterscheiden sich nur durch die Farben. Die Gärten unter der Sonne liegen da, wie still es sehen.
16:35
Kann ich Ihnen helfen?
16:36
Frau Eckmann?
16:38
Ja?
16:39
Ich bin Kimo Joenta von der Polizei in Torko. Es tut mir leid, dass Ihr Sohn, Zachary, wachsame Augen... Ich bin in seiner Wohnung gewesen, in der Wolken-WG. Er hat sehr schöne Bilder gemalt.
16:53
Ja, das stimmt Darf ich?
16:56
Oder ist es gerade?
16:57
Kommen Sie, ich mache Kaffee Danke Schön kühl haben Sie es hier An der Wand ein großes Gemälde Himmel und Meer Das ist von Zachary Er hat es mir zum Geburtstag geschenkt Ist erst ein paar Monate her Er stand plötzlich vor der Tür mit diesem Bild Konnte es kaum halten Hat es durch die ganze Stadt geschleppt Das ist sehr schön Irgendwann hat er nur noch dieses Motiv gemalt. Keine gelben Wiesen mehr.
17:30
Ich hatte ihn lang nicht gesehen, aber an meinen Geburtstag hat er gedacht. Er hat mir das Bild gegeben und ist gegangen. Einfach so. Ohne ein Wort zu sagen.
17:42
Sakkari, umgeben von Wasser?
17:45
Setzen Sie sich doch.
17:46
Danke. Danke.
17:49
Zachary ist schon vor einigen Jahren erkrankt. Da war auch Sommer. Es war was Schlimmes passiert. Er konnte das nicht einsortieren.
17:57
Er war sicher anfällig oder empfänglich. Es liegt bei uns in der Familie. Depression, Psychose. In beiden Familien eigentlich. Auch in der meines Mannes.
18:09
In welcher Welt war Zachary an diesem Mittag auf dem Marktplatz? Was hat er gesehen hinter dem Wasser?
18:14
Schon ein paar Monate vor dem Unfall hat Zachary die ersten Symptome gezeigt.
18:18
unter der Einnahme von Lyserg-Säure-Diethylamid.
18:22
LSD?
18:23
Ja, ich nenne es intuitiv so, ich versachliche. Zakaria hat auch andere Sachen ausprobiert. Problematisch waren aber vor allem die synthetischen Drogen. Magnus, mein Mann, hat natürlich versucht durchzugreifen, hat sich vor ihm aufgebaut. Wie machtlos er war.
18:43
Wo verlief die Grenze zwischen Zacharies Perspektive und der von Petry?
18:48
Mit 14, 15 hat er erste Symptome gezeigt. Paranoia, Ich-Störung. Ich mag diese Begriffe eigentlich nicht. Falls Sie sich wundern, ich bin Ärztin. Psychiatrie und Psychotherapie. Aber an meinem eigenen Sohn bin ich gescheitert.
19:06
Machtlos, wie mein Mann.
19:08
Vielleicht hat Zachary das Meer gesehen und Petri den Himmel. Oder umgekehrt.
19:14
Ja, Familie. Damit das alles zusammenhält, muss man manchmal Grenzen überschreiten. Auch die eigenen. Magnus versteht einfach nicht, dass jeder... Sehr gut, mein Schatz. Die haben den Kindern allen Ernstes Hausaufgaben in die Ferien mitgegeben. Wer ist das?
19:36
Ich bin Kimo. Von der Polizei.
19:38
Hallo, ich bin Valtteri.
19:40
Hi. Schön, dass da noch ein Junge ist.
19:42
Er sieht aus wie Zachary.
19:44
Kann ich mit David und Erik spielen? Das geht leider nur, wenn die beiden zu uns rüberkommen. Du kennst ja die Vereinbarung.
19:52
Oh Mann, David hat gesagt, das nächste Mal darf ich ins Tor. Wir haben schon so lange kein Fußball mehr gespielt.
19:59
Wie wär's mit einer Runde Fernsehen? Zur Belohnung. Super, Mama.
20:03
Danke.
20:05
Valtteri weiß nichts. Er kann sich kaum an ihn erinnern. Als Zachari damals gegangen ist, war Valtteri erst vier Jahre alt. Und Zachari war eigentlich immer viel unterwegs. Er war immer rastlos.
20:22
Rastlos. Oben am Nachbarhaus, an der Gebelspitze, eine kleine Flamme.
20:30
Flimmernde Sommerluft.
20:32
Am Ende war es die Sache mit Emma, die ihn nicht mehr losgelassen hat. Er konnte das nicht zuordnen.
20:38
Sie ist so beherrscht, die Sache mit Emma?
20:42
Emma, die Tochter unserer Nachbarn. Zachary und Emma waren mit dem Motorrad von Stefan unterwegs, Emmas Vater. Sie wollten ans Meer. Sie hat auf der gelben Wiese gelegen und mich angesehen. Das hat Zachary immer gesagt, nachdem es passiert war.
20:58
Der Unfall...
21:02
Ans Meer zu fahren war seine Idee. Ohne Führerschein natürlich. Er war ja erst 15.
21:08
So traurig und so beherrscht. Anders ist es nicht zu ertragen. Die flimmende Sommerluft. Die Sonne. Feuer, es brennt. Bei Ihren Nachbarn brennt es. Rufen Sie die Feuerwehr!
21:34
Kimo, ich habe die 112 verständigt.
21:37
Los, durch die Terrassentür.
21:38
Du nach rechts, ich nach links.
21:40
Bitte, bitte, bitte, niemand zu Hause.
21:45
Mama, Mama, wenn du da liegen bleibst, wird das heute an dein Sonnenbrand.
21:50
Emma, hilf mir. Es ist so heiß am Strand. Ich kann nicht atmen. Hallo?
21:58
Hallo?
21:59
Ist da jemand?
22:01
Ich... Was? Das weiße Sofa. So schwarz. Ich kann nicht atmen.
22:13
Erik, David, wo seid ihr?
22:16
Ich habe sie. Keine Sorge. Ich bring sie hier raus. Na los.
22:25
Das Bild über dem Sofa in Flammen. Ein Feld und ein Himmel. Eine gelbe Wiese. Das muss Sakharin einer anderen Zeit gemalt haben. In einer Zeit vor dem Meer.
22:39
Hallo? Ist jemand da oben? Hallo?
22:43
Der Boden wabernd, weich wie Watte. Die Treppe, nur noch ein Gerippe.
22:54
Was machst du da?
22:56
Komm, wir müssen hier raus. Schnell.
22:59
Erik, ich muss...
23:03
Ein schlafendes Kind neben einem Stoffwaffen. Vor dem Bett eine Flammenwende. Als würde sie wacher halten.
23:10
Das schaffen wir nicht. Wir müssen sofort hier raus.
23:13
Ich greife nach ihm.
23:15
Er packt meine Hand.
23:16
Geht voran. Sich in seinen Schritten. Ein Fenster.
23:21
Ihr Arm brennt. Die müssen springen. Ein wilder, flackernder Blick. Meine zielte Hand in meiner. Jetzt! Alles ist kaputt. Total komplett zerstört.
23:36
Endlich. Schnell weg hier.
23:43
Hi, Stefan. Hi, Isco. Die Crew ist vollständig.
23:46
Okay.
23:47
Briefing? Wir starten mit leichter Verspätung. Stand jetzt 30 Minuten, also 15.30. Und wir haben einen Schwerbehinderten und ein alleinreisendes Kind an Bord. Ein zehnjähriger Junge.
23:59
Wo bist du denn heute, Papa?
24:02
Stefan? Alles okay?
24:06
Ja, ja. Einen Moment noch.
24:08
Ich bin gerade am Gate auf einem großen Flughafen in Frankreich, mein Junge. Nein, da fehlt was. Da fehlt alles.
24:22
Alles klar, bin bereit. Das Kind hat einen Platz in der ersten Reihe.
24:26
Dann sagt mir bitte Bescheid, wenn der Junge da ist. Wenn wir Zeit haben, kann ich ihm vielleicht noch schnell das Cockpit zeigen. Aye, aye, Captain. Wie lange ist das her? David und ich im Cockpit.
24:39
Er mit seinen klugen David-Fragen, ich mit meinem Alles-in-Ordnung-Piloten-Lächeln.
24:45
Hier sitzt du und fliegst immer ziemlich weit weg.
24:50
Ich habe mit dieser Wahrheit gut leben können. Damals hat Emma noch gelebt.
25:02
Kimmo, bist du sicher, dass du schon wieder fit genug bist? Wie geht's deinem Arm?
25:06
Das geht schon. Der Notarzt hat gute Arbeit geleistet und die Schmerzmittel wegmacht.
25:12
Hallo allerseits. Bevor wir beginnen, möchte ich noch einmal Thomas herzlich willkommen heißen. Schön, dass du wieder da bist.
25:19
Danke euch. Ich freue mich auch.
25:22
Zu eurer Info. Petris Zustand ist soweit stabil, aber er bleibt zur Überwachung noch eine Weile im Krankenhaus. Er ist hier sowieso raus, solange die interne Ermittlung läuft.
25:31
Also, zu unserer Sache hier. Was ist mit dem Kind, das oben lag, neben dem Stoffoffen? Ja, das Kind ist tot.
25:40
Er hieß wahrscheinlich Erik Nüstert, der kleine Sohn der Familie, fünf Jahre alt.
25:46
Die Mutter Lena Nystad liegt auf der Intensivstation, ist nicht bei Bewusstsein, Zustand kritisch. Unklar ist der Verbleib des zweiten Sohnes, David Nystad, sowie des Vaters, Stefan Nystad. Und eigentlich müsste es noch eine erwachsene Tochter geben, Emma Nystad.
26:01
Die Sache mit Emma. Die Sache mit Emma. Die Sache mit Emma.
26:06
Es gibt eine Verbindung zwischen dem Hausbrand und dem Vorfall im Brunnen neulich. Zachary, der tote Junge, ist im Nachbarhaus der Nüsterz aufgewachsen. Er und Emma waren befreundet. Sie ist beim Unfall ins Leben gekommen. Der Junge hat sich das Motorrad von Emmas Vater ausgeliehen, um mit ihr ans Meer zu fahren. Da kam es zum Unfall. Fünf Jahre ist das her. Emma war 16, Zachary 15.
26:31
Was ist mit dem Vater und dem anderen Sohn? Haben wir Anhaltspunkte?
26:36
David, elf Jahre alt. Kimo hat ihn gesehen, er war im Haus, ist mit ihm aus dem ersten Stock gesprungen, aber er ist weg, verschwunden. Verschwunden? Ja, wir müssen nach ihm suchen, unbedingt, großflächig.
26:52
Ist das schon abgesegnet?
26:53
In Kürze. Wir befragen bereits die Nachbarschaft.
26:56
Er wollte ins Zimmer seines Bruders, ihn rausholen. Aber da waren Flammen.
27:01
Überall. Ich verstehe nicht, wie er einfach verschwinden konnte. Er musste doch verletzt sein, oder? Und vor allem, warum? Warum ist er verschwunden?
27:11
Ich weiß nicht. Er ist gerannt. Sein Blick war wild. Er wollte einfach weg. Ich glaube, er wollte Distanz zwischen sich und das Haus bringen. Zwischen sich und alles andere. Von meinem Balkon aus schaue ich oft auf den Brunnen. Ich wohne da.
27:29
Was wissen wir über den Vater?
27:31
Das Ehepaar ist nicht geschieden, lebt aber in Trennung. Der Mann, Stefan Nüstert, ist Pilot und hat eine Wohnung in Helsinki-Wanta, direkt am Flughafen. Vielleicht kannst du da nachher hinfahren und mitteilen, was passiert ist. Mach ich. Danke dir. Komm rein, Anna. Was gibt's?
27:51
Ich war in der Rechtsmedizin. Es ist wie befürchtet. Das Kind wurde inzwischen zweifelsfrei als Erik Nüstert identifiziert.
28:00
Zwei Kinder verloren.
28:03
Ja. Und wir haben Spuren von brandbeschleunigenden Flüssigkeiten gefunden.
28:07
Das heißt?
28:08
Brandstiftung. Sehr wahrscheinlich. Aber wir stehen erst am Anfang. Das wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir den Hergang rekonstruiert haben.
28:28
Brandbeschleuniger. Warum kein Unwetter, ein heftiges Unwetter? Ein Blitz, der eingeschlagen ist.
28:35
Hier, ein Glas Wasser. Trinken Sie. Danke. Seine Hände zittern. Er wirkt verloren in der großen, lichtdurchfluteten Wohnung mit Blick auf den Flughafen. Und David ist verschwunden. Ja, nach dem Brand ist er weggerannt.
28:53
Wo bist du denn heute, Papa?
28:55
Wir werden David großflächig suchen.
28:58
Haben Sie eine Idee, wo er sein könnte?
29:01
Nein.
29:03
Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht die leiseste Ahnung. Wir haben uns schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Er hat meine Einladung, mich hier zu besuchen, nicht angenommen. Und irgendwann habe ich dann nicht mehr nachgefragt. Die Entscheidung habe ich damals nicht leichtfertig getroffen. Kurz bevor Erik zur Welt kam...
29:28
Ich hab nicht gegangen.
29:32
Ich hab Erika nicht gekannt. Vor zwei Stunden hat er noch im Cockpit gesessen. Ein Flugzeug gesteuert. Sicher in seinen Handgriffen. In Wolkennebeln.
29:43
Immer wenn ich mit Lena zusammen war, hab ich Emma gesehnt. In allem, was sie gesagt hat. Und was sie nicht gesagt hat.
29:52
Ich hab ihre Wut nicht ausgehalten. S-s-s.
29:54
Sie hat es sich nie verzeihen können, dass sie nicht da gewesen ist, um ihn vom Motorrad zu schubsen und nach Hause zu schicken.
30:02
Es wäre das alles so einfach. Die Frage nach der Schuld. Ich wollte nur nach vorne schauen. Immer nach vorne. Reise um Reise, Flug um Flug.
30:12
Ein Vater, der in der Zukunft lebt, die nicht kommt. Eine Mutter, die in der Vergangenheit war, die nicht vergeht. Und die Kinder? Allein im Hier und Jetzt. Ich möchte zu Lena ins Krankenhaus. Gut, ich fahre sie.
30:32
Psychotische Episoden mit Tendenz zur Chronifizierung. Epikrise, Aufnahme des Patienten auf Basis selbstgefährdenden Verhaltens. Marc Edberg hier, Klinik für Psychiatrie. Guten Tag, Herr Edberg. Patrick Grönholm von der Polizei Turco. Ich hatte um diesen Termin gebeten.
30:48
Ja.
30:50
über Zachary Eckmann sprechen, richtig?
30:52
Genau.
30:53
Also gut, was möchten Sie wissen?
30:56
Wir versuchen, uns ein Bild zu machen, herauszufinden, was ihn veranlasst haben könnte, nackt in den Brunnen zu steigen.
31:04
Das ist schwer zu beantworten, also rein rational. Zachary litt an einer Psychose. Signifikant war immer, dass Zachary helfen wollte.
31:15
Vielleicht hatte er an diesem Morgen einfach Angst vor etwas, das Sie und ich so nicht hätten nachempfinden können. Er hatte häufig Angst davor, dass Menschen in Gefahr seien und wollte helfen.
31:27
Helfen.
31:29
Engel helfen. Er hatte ein Messer bei sich, hat sich Wunden zugefügt und er sprach von Engeln.
31:37
Engel waren integraler Bestandteil seiner Positivsymptomatik. Positiv im Sinne nach außen gerichtet.
31:46
Die Chefin der Engel war eine Frau, die ich sehr gerne kennengelernt hätte. In Zacharis Welt war sie die Fee des frühen Morgens.
31:54
Kann es sein, dass er auch wütend war?
31:57
Sicher war Zachari auch wütend. Wütend auf all die wütenden Menschen. Aber bei ihm verknüpfte sich diese Wut mit dem dringenden Wunsch zu helfen, etwas gegen diese Schlechte zu tun.
32:11
Ich wünschte wirklich, dass Ihr Kollege, der zu Zachari in den Brunnen gegangen ist, besser ausgebildet gewesen wäre.
32:17
Besser ausgebildet?
32:19
Oder besser vorbereitet auf die Konfrontation mit psychisch erkrankten Menschen. Ihr Kollege hätte niemals zu Zachari in den Brunnen steigen dürfen. Zachari war ein sehr liebenswerter Mensch.
32:34
Die Leute in den weißen Anzügen. Was machen die da, Mama? Die sind von der Polizei. Ich denke, die versuchen herauszufinden, was passiert ist. Bei David und Erik? Ja, genau. Wann kommt eigentlich Papa? Wir müssen jeden Moment kommen. Du kannst schon mal den Tisch decken, Walterin. Wie kann ich Magnus sagen, dass Zachary tot ist, wenn ich es selbst nicht begreife? Er hat seine Erkrankung nie begriffen. Sich so viel Mühe gegeben, ihn zu vergessen.
33:05
Vielleicht ist er für Magnus schon längst gestorben. Papa!
33:09
Was ist denn bei den Niestarts passiert?
33:11
Hallo, Papa!
33:12
Hallo, Valtteri.
33:14
Das ganze Haus, all die Menschen... Ich habe jedoch gestern am Telefon gesagt, dass es gebrannt hat.
33:19
Das Haus ist ja komplett weg. Hast du was von ihnen gehört? Von Lena?
33:24
Nein. Ich denke, sie ist im Krankenhaus.
33:27
Von Stefan? Nein. Ich...
33:30
Hab gar nicht viel Zeit. Für 13 Uhr hab ich die Telefonkonferenz mit dem Cloud Storage Player in London. Ich dachte, wir essen zusammen. Jetzt nicht. Später. Ich mach mich kurz frisch und gehe hoch ins Arbeitszimmer. Das Hole-in-One hat der Robot übrigens im dritten Versuch gemacht.
33:46
Echt cool. Bitte?
33:50
Das Hole-in-One. Valtteri weiß genau, was ich meine.
33:53
Ja, Mama. Das ist der Roboter, der Golf spielen kann.
33:56
Unser Robot hat mit einem Schlag eingelocht. 175 Meter.
34:00
Er lebt in einer Welt, in der Maschinen tun, was Menschen nicht können. Der Jubel war groß, nehme ich an. Was? Na, der Jubel über den erfolgreichen Robot. Glaubt er, er sei Gott? Und Zachary eine böse Laune seiner Schöpfung? Zachary wird nicht mehr kommen.
34:17
Was? Was?
34:19
Er ist ja sowieso nur noch ein- oder zweimal im Jahr dagewesen. Und wenn ich ihn besucht habe, ist er böse geworden, aber...
34:25
Auch, ne?
34:26
Was? Zachari wird nicht mehr kommen. Du kannst unbesorgt sein. Er ist weg. Dieses Mal wirklich.
34:36
Weg?
34:39
Stefan? Wie lange wir uns nicht mehr gesehen haben. Zuletzt bei Emmas Beerdigung.
34:45
Hallo, Stefan.
34:47
Nach so vielen Jahren der Freundschaft.
34:51
Ich wollte euch nur sagen, Lena ist im Krankenhaus. Aber noch nicht bei Bewusstsein, sie liegt im Koma. Ich gebe euch gern Bescheid, wenn ich was höre.
35:02
Ja, macht das. Nicht bei Bewusstsein. Lena, die auf dem Friedhof vor mir zurückgewichen ist, wie ein verwundetes Tier.
35:11
Tja, ich... Ich geh dann mal. Bis dann, Stefan. Stefan.
35:21
Wer war das?
35:24
Das war der Papa von nebenan.
35:26
Oh, das ist dann aber irgendwie komisch. Was denn, mein Schatz? Dass er gar nicht gesagt hat, ob David und Erik auch im Krankenhaus sind.
35:38
Hi, Patrick.
35:39
Wie geht's dir heute? Ganz gut. Ich werde bald entlassen. Ich habe mir den Arztbrief von Zachary bringen lassen. Dieser Junge war schwer krank.
35:48
Ich weiß. Ich weiß.
35:50
Paranoide Psychose. Er war in Trauerdingern, ist unfassender Freundin. Sieh dir das an.
35:56
Ja, Emma, die Tochter der Nachbarfamilie.
36:01
Die verunfallte, stabiler Fixpunkt, erlösende Fee des frühen Morgens.
36:05
Patient betont immer wieder, durch unsichtbare Wände gehen zu müssen, um zu dieser Fee vorzudringen. Ich habe mit Zacharis Mutter gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass Zachari schon einige Zeit vor diesem Unfall abzugleiten schien.
36:18
Kimo, ich habe das alles nicht gesehen.
36:22
Ich habe keinen Jungen gesehen, keinen traurigen, kranken Menschen. Ich habe ein Tier gesehen, das da nicht hingehört. Etwas Böses, das da nicht sein darf. Petri, ich denke, dass du... Nein, Kimo, egal was bei dieser Ermittlung herauskommt, Handeln in Notwehr oder Nothilfe oder was weiß ich, es war ein Fehler, in den Brunnen zu steigen. Es war ein Fehler, dass ich ihm gesagt habe, dass er kein Engel ist.
36:48
Ich wollte mit all dem nichts zu tun haben und deshalb habe ich dieses Fesen einfach entfernt, weil ich es konnte. Weil ich nicht wollte, dass er mir mein Zuhause wegnimmt. Und weißt du, welcher Gedanke plötzlich da war? In all dem Chaos? Dass er vielleicht doch, dass er ein Engel war.
37:12
Gleich zu Beginn, wir wissen nicht, wo der Junge ist, David Niestert. Die Suche wird ausgeweitet, wir haben Helikopter im Einsatz, aber das Waldgebiet Hund um Nantali ist riesig. Befragungen in der Nachbarschaft, bei Lehrern, Mitschülern, Freunden, Bekannten sind bislang ergebnislos. Thomas, du hast dir doch mit den Kollegen die Festplatte des Computers der Niesterts angeschaut.
37:35
Es ist im Wesentlichen eine Seite, die aufgerufen wurde. Und zwar diese hier. Eine Gedenkseite für die verstorbene Tochter Emma. Eine Ermittlung auf Bildschirmen und Bildern. Auf- und hinterwenden. Die Mutter wird die Seite eingerichtet haben. Hier. Emma war 16 Jahre alt und in großer Vorfreude auf ihren 17. Geburtstag, als sie unverschuldet bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Wir vermissen dich, vermissen dich, vermissen dich.
38:05
Das war es auch schon.
38:06
Danke, Thomas. Anna kann uns Erkenntnisse in Sachen Brandermittlungen liefern, bitte, Anna.
38:12
Ja, also als Brandbeschleuniger dienten Ethanol und ein hochentzündliches Reinigungsmittel. Das findet man im Grunde in fast jedem Haushalt. Aber die Art und Weise, wie sie im Haus und auch außerhalb an der Fassade verteilt wurden, wirkt willkürlich, fast spielerisch.
38:28
Das heißt?
38:29
Das heißt, es wäre ein denkbares Szenario, dass die Kinder, also zumindest der Ältere der beiden, David Nystad, mit den Flüssigkeiten herumgespielt haben könnte. Als eine erste Hypothese.
38:42
Das könnte auch sein Verschwinden erklären. Er versteckt sich, weil er weiß, was er angerichtet hat.
38:48
Ich muss seine Auffangen, wenn sie ins Wasser springt. Das Wasser ist zu tief und zu blau.
39:00
Hi, Meisterin.
39:02
Hi, Papa. Ich habe hier noch einen Pfannkuchen für dich. Wir sind jetzt nämlich Pfannkuchenmeisterin.
39:08
Sogar Apfelpfannkuchen.
39:10
Jetzt guck nicht so, Papa. Der Herd ist aus. Wir hatten nur noch keine Zeit zum Aufräumen.
39:14
Du machst gar nichts.
39:17
Marisa musste nämlich schnell los. Zieh die Schuhe aus und lass die Füße im Wasser baulen. Das hilft gegen Verbrennung. Du gehst morgen noch mal zum Arzt, oder?
39:28
Ja, mache ich.
39:30
Du tust nämlich so, als wäre alles gut. Aber ich sehe an deinem Lächeln, dass dein Arm wehtut. Stimmt doch, oder?
39:38
Ja, aber dass du dein Lächeln lesen kannst, sehr gut. Respektmeisterin.
39:44
Selbermeister. Kann ich morgen zu Marisa? Wir wollen ins Erlebnisbad mit der superlangen Rutsche.
39:50
Ja, klar, ja, das wäre gut. Ich habe morgen viel zu tun.
39:55
Guck mal, Papa, da hinten kommt Petri.
39:57
Hi, Petri.
39:58
Hi, Kimo. Hi, ist Anna.
40:00
Er sieht irgendwie traurig aus.
40:03
Ich hoffe, ich... Sie haben mich heute Vormittag aus dem Krankenhaus entlassen. Zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf und da...
40:10
Wir freuen uns, dass du da bist.
40:12
Ich mach dir einen Pfannkuchen, Petri. Das hilft gegen fallende Decken. Bin gleich wieder da.
40:17
Das klingt gut.
40:18
Setz dich.
40:20
Ich komme gerade von der Anhörung.
40:22
Sie haben mich entlastet, trotz allem. Und als ich dann bei mir auf dem Balkon saß, mit Blick auf den Brunnen...
40:28
Das Sofa gehört dir heute Nacht. Sana freut sich, wenn du zum Frühstück noch da bist.
40:33
Vielleicht ist es das. Ein Zuhause, das bedroht ist. Oder zerstört.
40:37
Kimo?
40:40
Woran denkst du?
40:42
Ich denke an Sana. Sie schwimmt und taucht so gerne.
40:47
Wenn Sanne ins Wasser springt, denke ich immer an den Moment, in dem sie wieder auftaucht. Ja, bitte? Kimo Yuan da hier.
41:07
Es ist fünf Uhr früh.
41:10
Ja, entschuldigen Sie. Ich möchte Sie etwas fragen, oder eigentlich Ihren Sohn, Valtteri.
41:19
Was ist denn mit ihm?
41:20
Nichts. Wir sind immer noch auf der Suche nach David Nystad und ich bin plötzlich aufgewacht mit dem Gedanken, dass Valtteri uns vielleicht weiterhelfen kann.
41:29
Wie denn?
41:32
Ab und zu. Da hat er doch mit David und Erik gespielt, oder?
41:36
Ja. Es war schwierig, weil Lena seit dem Unfall nicht mehr wollte, dass wir was miteinander zu tun haben. Aber die Jungs haben einen Weg gefunden.
41:50
Kann es sein, dass die beiden etwas geteilt haben? Ein Geheimnis? Vielleicht weiß Valtteri etwas von David, das sonst niemand weiß.
42:00
Ich weiß nicht. Ja, vielleicht. Ich müsste ihn fragen.
42:05
Tun Sie das bitte. Danke nochmal, Valtteri. Das ist wirklich nett von dir. Du kennst den Weg.
42:16
Klaro, hier lang.
42:19
Ein Baumhaus also. Habt ihr es zusammengebaut?
42:22
Das war David ganz alleine. Ich weiß auch nicht, wie er das geschafft hat. Das Baumhaus war unser Geheimnis.
42:29
Und nur du wusstest davon?
42:31
Ich glaube schon.
42:32
Ah, Mist. Wir kriegen schon mal dringend gar nichts.
42:37
Wir müssen hier durch.
42:41
Eine lichte Fläche mitten im Wald. Ein nasser Sommermorgen, der vom beginnenden Tag erzählt. Das ist wunderschön, Valtteri.
42:49
Das Baum ist da vorne, gegenüber. Siehst du? Du gehst voran.
42:53
Der Regen wütet fast wie ein Feuer. Oh nein! Ich fürchte, das war der Sturm. Wir bauen das wieder auf heute. Versprochen.
43:04
Moment.
43:06
Hey Papa, wo bist du denn? Petri und ich sind vom Gewitter aufgewacht. Wir haben gerade Müsli gegessen. Meld dich mal.
43:15
David ist nicht hier.
43:17
Oder nicht mehr weiter wie... Ich glaube, ich habe eine Idee, wo David sein könnte.
43:22
Danke, Meisterin.
43:34
Das Feuer das Haus zerstört. Das Wasser das Baumhaus. Und Papa ist auch nicht da.
43:43
David, wie schön. Da bist du ja.
43:47
Der Mann, mit dem ich aus den Flammen gesprungen bin.
43:50
Ich bin übrigens Kimo. Kimo Yoenta von der Polizei in Turku.
43:56
Kennst du Columbo?
44:00
Ich liebe Columbo. Dass du Columbo kennst, überrascht mich. Das sind ziemlich alte Filme, die habe ich schon als Kind gesehen.
44:09
Ja, ich mag alte Filme.
44:13
Wie bist du denn hergekommen?
44:15
Mit dem Zug. Das sind nur zwölf Minuten. Hab die Strecke auswendig gelernt. Früher schon. Falls ich Papa doch mal besuchen will. Aber ich glaube, er kommt nicht mehr.
44:28
Verstehe.
44:32
Wir können direkt ins Gefängnis fahren. Ich hab das Haus angezündet. Ich hab alles kaputt gemacht.
44:39
David.
44:41
Habe ich dir erzählt, dass ich eine Tochter habe? Sana, da fahren wir jetzt hin.
44:46
Irgendetwas stimmt nicht.
44:49
Vielleicht liegt es am Regen, der kein Recht hat, ein Baumhaus zu zerstören. Damit das alles zusammenhält, muss man manchmal Grenzen überschreiten.
44:59
Auch die eigenen.
45:02
Sie müssen mich ins Gefängnis bringen. Ich habe das Feuer gelegt.
45:07
Du bist zu jung fürs Gefängnis.
45:10
Wir fahren noch ins Präsidium. Aber nur, damit du eine Aussage machen kannst bei meinen Kollegen. Sie werden dich fragen, was passiert ist.
45:19
Okay.
45:20
Ich möchte dich bitten, dann nichts zu sagen, was nicht stimmt. Ja?
45:23
Das stimmt aber.
45:25
Nein, David. Wir sind gleich bei Sana und essen erstmal ein Eis. Dann überlegen wir, okay?
45:35
Kimmo?
45:35
Mhm.
45:37
Ich möchte es aber gemacht haben. Ich möchte das Feuer gelegt haben.
45:42
Ich weiß dann. Der Abend hängt sanft in einer schiefen Ebene. Ein Zentimeter noch, dann wird er aus der Zeit fallen.
46:06
Neben dem beigen Holzhaus ein Schild mit der Aufschrift Strandbad Nantali, Café 280. Die kleine Bar hat keinen Besitzer mehr. Eine Fensterscheibe fehlt. Der Strand ist verwaist. Nur in der Ferne am anderen Ufer ein paar Leute. Keine Angst, Kimo. Sie können dich über die Entfernung nicht erkennen. Du schaffst das. Musik Mach einfach eines so, wie es in der Akte steht.
46:40
Wie hat Anna es formuliert? Die Art und Weise, wie der Brandbeschleuniger verteilt wurde, wirkt willkürlich, fast spielerisch. Wie schnell sich das Feuer ausbreitet.
47:24
Da bist du ja endlich, Papa. David und ich haben gekocht. Nudelauflauf mit deiner Spezialsoße.
47:32
Toll, ihr Meister.
47:34
Ja, David schwimmt wie ein Schwimmenmeister. Ich habe die letzten Wochen viel mit meinem Bruder geübt.
47:44
Er konnte schon Bahn schwimmen. Er war der Jüngste. Also in dem Schwimmkurs.
47:49
Und damit schmeckt's. Mir auch. Du isst aber gar nicht. Papa? Papa?
48:10
Was ist denn, Papa?
48:13
Alles gut. Super deine Sauce.
48:18
Alles gut, Papa. Alles gut.
48:25
Wartet, ich hole noch Parmesan. Bis gleich.
48:32
Einmal. An dem Tag, als Sakkari das Motorrad von Papa genommen hat. Ja? Ja.
48:39
Ich war im Garten und hatte plötzlich riesige Angst. Und ich dachte, wenn ich jetzt ins Schwimmbad springe, dann passiert was. Ich dachte irgendwie, dass ich mich auflöse. Und dass es so sein wird, als wäre ich nie da gewesen. Ist das komisch?
49:00
Nein, David, gar nicht. Das verstehe ich sehr gut. Morgen früh fahre ich dich zum Präsidium für deine Aussage. Und danach fahre ich dich ins Krankenhaus. Deine Mutter ist heute Morgen aus dem Koma erwacht.
49:11
Erwacht.
49:18
Hallo, Anna.
49:19
Hallo. Wo bist du, Kimmo? Warum bist du vorhin sofort wieder abgehauen?
49:24
Ich muss schnell was erledigen. Es ist dringend. Aber ich hole David gleich wieder bei euch ab. Was gibt es denn?
49:29
Es gibt Neuigkeiten in Sachen Brandermittlung.
49:32
Ja.
49:33
Hast du schon von dem Gebäudebrand gestern in Nantali gehört?
49:37
Nein.
49:38
Das Strandbad Nantali, weißt du? Nicht weit weg von der Bungalowsiedlung der Nüsterts.
49:43
Ja.
49:43
Das Gebäude stand wohl schon länger leer, deshalb ist Gott sei Dank niemand zu Schaden gekommen.
49:47
Und?
49:50
Ja, wir haben die Nacht jetzt fast durchgearbeitet. Also die Brandursache ist identisch. Die gleichen Brandbeschleuniger wie bei den Nüsterts, auch die Brandlegung wieder bei Tag. Und es gab sogar Augenzeugen, ein paar Jugendliche, die einen Schatten gesehen haben.
50:05
Einen Schatten?
50:07
Ja. Aber leider keine Details, sie waren wohl zu weit weg. Das hilft uns nicht wirklich weiter.
50:14
Ja, zwei Gebäude brennen innerhalb weniger Tage. Ja.
50:17
Ja, und die beiden Häuser standen Luftlinie zwei Kilometer entfernt.
50:20
Was meinen die Kollegen?
50:22
Tja, übereinstimmende Ratlosigkeit. Aber die Familie Nüstert können wir jetzt jedenfalls aus unseren Überlegungen ausschließen.
50:29
Ja, okay. Immerhin, danke dir, Anna, für das Update. Bis später, ja?
50:34
Ja, alles klar. Bis später.
50:35
Guten Tag, von Nüstert. Ich bin Kimo Johanta von der Polizei in Turku.
50:43
Ich habe auf ihn gewartet.
50:46
Ohne ihn zu kennen. Er sucht noch Worten. Nein. Nach dem richtigen Moment.
50:53
Eine Wand aus Wasser. Der Gedanke hat sich in Zachary aufgebaut. Und am Ende war er da. In seiner vollen Größe. Eine Wand aus Wasser. Und dann hat David am Boden gestanden. Auge in Auge mit Zachary.
51:10
Das letzte Bild...
51:14
Ich habe es in den Nachrichten gesehen. Sie haben es gezeigt, bis ein Schuss fiel. Dann ist Zachary umgefallen. Die Wand ist durchsichtig, aber nicht durchlässig. Das war es, was Zachary immer gemeint hat.
51:44
Emma sei da, auf der Linie zwischen blau und blau. Das hat er immer gesagt.
51:49
Blau und blau. Zwei Farben.
51:53
David hat es am Abend nicht erwähnt, dass er am Brunnen war. Kein Wort. Er hat mir geholfen, Fotos für Emmas Seite zu ordnen. Am nächsten Tag war es hell und sonnig. Und Erik ist geschwommen. Und ich konnte nicht klatschen. Ich wollte. Aber es ging nicht.
52:15
Ich hatte alles vorbereitet, als David Brötchen holen war. Die Reinigungsmittel. Wir haben gefrühstückt. Während ich das Brötchen gegessen habe, habe ich schon gespürt, dass wir tot sind.
52:37
Ein Kollege von mir, Petri, hat sie aus dem Haus geholt. Er ist schuld daran, dass sie noch hier sind.
52:44
Seine Worte hat er mit Bedacht gewählt. Mit voller Absicht.
52:49
Derselbe Kollege, der einen Tag zuvor Sakkari erschossen hat.
52:53
Ja.
52:57
Die polizeiliche Ermittlungen zur Brandursache würden in eine andere Richtung gehen, dafür habe ich gesagt. Wir brauchen sich darüber keine Gedanken zu machen. Sie sollten sich auf anderes konzentrieren.
53:08
Eine andere Richtung.
53:11
Ich möchte, dass Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Ich werde Ihnen dabei helfen, Hilfe zu finden.
53:15
All die Fragen, die er nicht stellt. Wenn Polizist ja keine Polizistenfragen stellt.
53:25
Das Wichtigste ist, dass Sie erkennen, worin der Unterschied besteht zwischen Zachary und Ihnen. Zwischen Emma und David. Erik und David.
53:38
Emma, David, Eric, David.
53:45
David lebt.
54:01
Von dort läufst du etwa 100 Meter in den Wald. 50 rechts, dann 27 links. Dann wirst du uns vielleicht schon hören.
54:13
Ja, hallo.
54:15
Die Kinder kennst du ja, Sanna, Marisa und David.
54:17
Hallo, Patrick. Hallo.
54:18
Der Junge mit dem Eis.
54:20
Der Mann aus dem Brunnen.
54:23
Knoten lösen, Ordnung schaffen, alles Neues schaffen. Ja, und der kleine Mann hier ist Walter. Hallo. Hallo zusammen. Wir bauen ein Baumhaus und wir bauen auf dich, Patrick.
54:35
Sieht schön aus, das wird was. Ja. Ich könnte die Dame da oben mal ablösen.
54:39
Klingt gut. Mir wird langsam schwindelig.
54:42
Ich fang dich auf, Mama.
54:44
Danke, mein Schatz. Auch ein Eckmann.
54:50
Petri Grönholm. Freut mich.
54:52
So.
54:54
Okay, dann reiche mir Bretter.
54:59
Hier. Zuerst die Lagen. Ich helfe dir.
55:01
Danke dir.
55:02
Später gibt es Eis und dann springen wir in den See. Oh ja. Ich freue mich schon.
55:07
Und ich freue mich auf den Moment, in dem sie wieder auftaucht.
55:18
Zachary lernt, durch Wände zu gehen. Krimi-Hörspiel nach dem Roman von Jan Kostin-Wagner. Es sprachen Kimmo, Florian Stetter. Petri, Harald Schrott. David, Jeremias Matschke. Sana, Tilda Jenkins. Aune, Jolika Jenkins. Lena, Maren Eckert.
55:41
Sowie Mirko Böttcher, Manuel Harder, Christopher Heißler, Helene Herwig, Leonel Jenkins, Fanny Kempter, Keno Lilje, Andreas Pietschmann, Rainer Selin, Max Urlacher, Volker Wackermann und Luise Wolfram.
55:59
Musik Andreas Bick. Ton und Technik Andreas Stoffels und Philipp Adelmann. Regieassistenz Assunta Aledjani und Felix Lehmann. Hörspielbearbeitung und Regie Cordula Dickmais. Dramaturgie Julia Gabel und Jakob Schumann. Produktion Deutschlandfunk Kultur 2022. Musik
56:29
Und jetzt noch ein Programmtipp.
56:35
Hi, ich bin Gella Herzing, Privatdetektiv. Stellt euch vor, ihr lebt in einer Welt voller Hologramme und geklonter Körper.
56:43
Welcher gefällt dir am besten? Sucht der einen aus?
56:46
Eine Welt, in der man seine Identität wechseln kann wie ein paar Schuhe.
56:51
Das Klonlager.
56:54
In so einer Welt soll ich die verschwundene Programmiererin Juliette Perrot aufspüren. Na, vielen Dank auch.
57:02
Juliette hat daran gearbeitet, dass wir dem Tod noch näher kommen. Mit Software.
57:06
Sie hat eine Sicherheitslücke gefunden.
57:08
Hi Juliette. Wir hatten etwas, was du suchst. Vor neun Monaten hat sie sich auf einmal brennend für KIs interessiert.
57:16
Ich habe fast alles preisgegeben. Aber uns habe ich nicht verraten.
57:21
Wurde Perrot gekidnappt? Oder ist sie untergetaucht? Eins steht fest, sie war einem großen Geheimnis auf der Spur. Und sie hat Gegner. Mächtige Gegner. Wir wollen dir helfen, Juliet.
57:37
Das ist alles so abgefuckt. Scheiße. Was jetzt? Löschst du mich?
57:51
Nein, ich rette dich.
57:58
Hologrammatiker. Hörspielserie nach dem Roman von Tom Hillenbrand.
58:03
Alle Folgen ab dem 6. Juli in der Deutschlandfunk-App. Scheiße, ich hab irgendwie kein gutes Gefühl.