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ARD Sounds Und jetzt, verehrte Hörerinnen und Hörer, ein Kein-Mucks-Spezial. Nein! Ruhe! Es gibt Neuigkeiten von Ihrem Lieblings-Krimi-Podcast. Das ist doch nicht möglich. Doch. Nein. Doch. Bevor die neuen Folgen kommen und keine Sorge, die achte Staffel ist nicht mehr weit, haben wir schon jetzt eine kleine Überraschung für Sie. Das Kein-Mucks-Werkstatt-Gespräch blickt hinter die Kulissen. Woher stammt der Name des Podcasts? Woher kommen die Krimis?
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Wie heißt die Schlussmusik? Was möchten die Hörerinnen und Hörer wissen? Wer kennt noch Kinderhörspielkassetten? All das klären die Kein-Mucks-Redakteurin Lina Kokali und ich nun vor Publikum. Zusammen mit Moderatorin Linda Becker. Sie hören eine launige Aufzeichnung vom ARD Sounds Festival in Nürnberg vom vergangenen Mai. Das Kein-Mucks-Werkstattgespräch. Viel Vergnügen.
00:56
Herzlich willkommen in Nürnberg beim ARD Sounds Festival 2026. Vier Tage lang wird Nürnberg zur City of Sounds. 24 Podcasts und tolle Live-Momente. Die Stimmen, die du liebst. Und hier ist euer Lieblings-Podcast. Kein Mucks. Werkstattgespräch zum Krimi-Podcast.
01:28
Und jetzt, verehrte Hörerinnen und Hörer... Kein Mups.
01:32
Der Krimi-Podcast.
01:34
Jacqueline! Herbert! Ich habe Angst. Wo waren Sie? Sie können mir nichts beweisen. Ist das Ihre Hose? Nein, doch.
01:39
Das ist nicht... Hallo!
01:41
Ich habe nichts gemacht.
01:42
Jemand rief mich an.
01:42
Ich sage ja, ich habe es getan. Ich bin in Behandlung.
01:45
Nein! Was sagen Sie? Ich kann es nicht!
01:47
Herbert!
01:48
Marion?
01:48
Aber Heinz ist tot. Sie sind nicht Otto Schlünzel.
01:51
Nein, ich habe Tante Hedwig nicht erschossen.
01:53
Das ist alles. Hallo! Hallo!
01:54
Sie heißen? Otto Schlünzel.
01:55
Ich habe damit nichts zu tun. Hallo!
01:59
Wer spricht denn da? Gisela.
02:14
Hallo und herzlich willkommen zum ersten ARD-Sounds-Festival hier in Nürnberg. Ich bin Linda Becker und ich begleite euch heute hier so ein bisschen durch den Abend. Ich habe ganz besondere Gäste da, nämlich Bastian Pastewka und Lina Kokali. Und wir sprechen heute über die Liebe zu Hörspielen, die Liebe zu Krimi-Hörspielen und auch vor allem diese Leidenschaft in Archiven zu wühlen und sich durch die Podcasts zu hören oder durch die Krimi-Hörspiele zu hören und einfach sich zu denken, den müssen wir nehmen, den bereiten wir auf.
02:48
Da geben wir unsere Liebe rein. Schön, dass ihr da seid.
03:04
Ich glaube, eine kleine Vorstellungsrunde ist nochmal angebracht. Ich denke, viele Leute wissen genau, warum sie hier sind. Und trotzdem einmal, du weißt nicht, warum du da bist. Lina, du weißt, warum du da bist. Genau, Bastian Vasefka werden die meisten kennen und zwar als Schauspieler, als... Comedy-Person und vor allem auch, und das werden wir heute hier feststellen, deine große Liebe zu Hörspielen und eben auch zu dem Podcast, den wir heute hier vorstellen wollen, nämlich Kein Mucks.
03:35
Und Lina Kokali, du bist Journalistin, du bist bei Radio Bremen und bist die Redakteurin dieses Podcasts von Kein Mucks und bist maßgeblich daran beteiligt, dass dieser Podcast eben ein sehr erfolgreicher Podcast und mittlerweile auch schon in der siebten Staffel ist.
04:01
Dankeschön. Und ich habe gehört, dass natürlich viele Leute hier die Karte gekauft haben, weil sie natürlich, wie gesagt, wissen, wo sie hingehen wollten. Aber ich habe auch gehört, dass viele Leute hier eingeladen wurden quasi als Geschenk und vielleicht gar nicht genau wissen, was kein Mucks ist.
04:20
Als Geschenk? Da meldet sich auch schon jemand als Geschenk. Hier mitgeschleift wurden und da auch, genau.
04:25
Sie wissen gar nicht, warum Sie hier sind. Doch, doch, gut.
04:31
Das ist ja toll. Er ist nur unseretwegen gekommen.
04:35
Aber für die Leute, die eigentlich nur deinetwegen da sind, würde ich jetzt trotzdem nochmal mitnehmen auf sozusagen in den Inhalt, was wir hier eigentlich machen wollen. Nämlich kein Mucks, also für die Leute, die es eben nicht kennen, ist ein Podcast. der sich mit den Archiven der ARD auseinandersetzt, nämlich mit diesen Tiefen der Archiven der ARD und da ganz besonders mit dem Genre Krimi-Podcasts, Krimi-Hörspiele. Da gibt es ja ganz, ganz, ganz, ganz viele von allen Landesrundfunkanstalten und da kann man sich sehr, sehr lange durchfühlen und die Besten raussuchen und das macht ihr.
05:09
Und ihr verpackt die quasi mit Hintergrundinfos, mit Nerdwissen, mit biografischem. Und das machst vor allem du mit einer sozusagen Anmoderation, einem Opener, wie man sagt, in unserem Genre. Und gibst dem dann nochmal so eine ganz, ganz besondere Note. Also man versteht danach viel mehr von dem, was man gehört hat.
05:32
Deshalb sind wir heute da. Und die Lina, die kuratiert das. Und wir sind ja heute für ein Werkstattgespräch da, wo es nämlich darum geht zu sagen, hey, wie arbeitet ihr eigentlich zusammen? Und wie sucht ihr das aus? Und was sind vielleicht eure Lieblingsfolgen? Und warum ist es eigentlich für viele Leute so schön, das zu hören? Ich würde jetzt gerne mit was ein bisschen...
05:54
mehr Basic einsteigen und euch einfach mal fragen, woher kommt es, dass ihr so eine große Leidenschaft habt? Ich war ja mit euch hinter der Bühne und habe da schon mir ein paar Mal gedacht, also Nerdwissen auf jeden Fall und ich bin irgendwann auch rausgestiegen. Ich musste dann, dachte ich mir so, ich komme da nicht mehr mit. Es ist schön, wie ihr redet, aber wie kam es dazu? Wann war dein erster Podcast oder dein erstes Hörspielerlebnis, wo du dir gedacht hast, boah, das macht mein Herz auf?
06:20
Ich bin zweisprachig aufgewachsen und war als Kind, auch wirklich als kleines Kind, mit meiner deutschsprachigen Mutter viel in der arabischsprachigen Welt. Und meiner Mutter war das aber sehr wichtig, dass ich auch Deutsch spreche.
06:36
Und sie hat immer mit mir Deutsch gesprochen, das ist auch meine erste Sprache. Und sie hat sich überlegt, wie sie so die Freude an der Sprache bei mir fördern kann. Ich habe mir Balladen geübt, als ich noch ganz klein war, aber eben auch Hörspielkassetten. Und ich hatte genau diese, nee, ist auch Kassette, diesen Kassettenhalter, den durfte ich immer mitnehmen, überall hin mit. Der ist jetzt ein bisschen brüchiges, schwarzes Plastik.
07:04
Und da durfte ich eine Auswahl Kassetten immer mitnehmen. Einen Moment, ich muss kurz...
07:10
So, jetzt kriege ich gerade das Mikrofon gehalten. Falsch.
07:16
Was befindet sich da drin?
07:18
Hier sind meine Hörspielkassetten und zwar die Auswahl, die mich extrem geprägt hat und die ich immer und immer und immer wieder gehört habe. Bitte sag ein paar. Ich sehe Benjamin Blümchen und das fliegende Klassenzimmer, Erich Kästner, ist das richtig? Genau, das ist richtig und wir haben auch hier zum Beispiel für mich total wichtig Erich Kästner, Pünktchen und Anton sowie Emil und die Detektive und Bei Pünktchen und Anton gibt es eine Schlussszene, in der alles gut ist und sie fahren nach Charlottenburg, um dort Orangen mit Schlagsahne zu essen, als großen Festakt.
07:52
Ja, stimmt. Ich konnte mir damals nichts Cooleres vorstellen.
07:58
Das sind die richtig coolen Kinder und bei Emi und die Detektive, wo sie so Berlin-Archern, man muss in Berlin leben, sonst verpasst man ja alles, alles von der Welt. Das war Erich Kästner bei mir und es sind auch Astrid Lindgren-Hörspiele dabei und das Sams. Und die Stimme, die die Michel-Hörspiele vorliest zum Beispiel, wo ist der Michel?
08:23
wir hier, Michels Umfug. Genau, da ist der Erzähler Manfred Steffen. Das meine ich. Also Manfred Steffen erzählt hier, wie dieser kleine Michel so gequält wird von seinem Vater und trotzdem ist sich immer wieder traut, Umfug zu machen und diese Stimme haben wir sehr, sehr, sehr, sehr oft in Kalmoks.
08:52
Ich finde es schön, dass du so einen Koffer dabei hast. Ich hatte auch so einen Koffer. Und zwar einen Bienemeier-Kassettenkoffer. Alles voller Benjamin-Blümchen-Kassetten und das fliegende Klassenzimmer. Bastian.
09:02
Ja.
09:05
Ich auch, aber meiner hatte tatsächlich kein Comic-Motiv drauf. Meiner war grün und er war etwas größer und da war alles Mögliche drin. Aber es erstaunt mich total. Ich wusste nicht, dass du das jetzt mitbringst, Lina, weil theoretisch müssten das ja in Anführungsstrichen meine Hörspiele sein, weil die sind ja auch alle in verschiedenen Zeiten herausgegeben worden. Das sind jüngere Ausgaben von Kassetten, die ich zu meiner Zeit noch als Platte hatte. Das macht keinen Sinn, dieser Satz. Aber...
09:28
Sie wissen, was ich meine. Also die Europa-Märchenplatten mit dem großen Hans Page. Und Manfred Steffen war da eben auch laufend zu hören. Emil und die Detektive, da steht noch, das ist hier, glaube ich, eine Hörtest-Kassette, wo irgendwie Karussell an der Seite steht. Ich kenne das noch als das, was hier auch noch draufsteht, deutsche Grammophon. Bei mir war das noch gelber, das Cover. Vollkommen egal. Aber speziell auf Emil und die Detektive haben wir uns im Podcast ja auch schon mehrfach bezogen, weil das so ein Groundbreaking-Kinderhörspiel für eine ganze Generation von Kassettenkindern war. Und in die Generation, ich bin 54 Jahre alt, bin ich voll reingekommen.
10:00
Mit den drei Fragezeichen, mit TKKG, mit den Märchenplatten. Ich hatte auch alle Hanni und Nanni-Folgen. Die fand ich ... Die Jungs so, yeah, Hanni und Nanni.
10:12
Lindenhof. Ja, super, genau. Und dann fand ich das toll, später im öffentlich-rechtlichen Radio. Ich bin in Nordrhein-Westfalen groß geworden und der Westdeutsche Rundfunk war in den 80er Jahren ein Tummelplatz für Hörspiele. Jeden Abend lief irgendein Hörspiel irgendeiner Gattung. Also nicht nur ein Krimi, sondern ein Science-Fiction-Hörspiel. Eine Literaturbearbeitung, eine Klangcollage, die fand ich immer sehr seltsam. Aber ich hab das alles gehört, um mich irgendwie da reinzuhören und dachte, Moment, Moment, das ist doch schon wieder Manfred Steffen. Das ist doch schon wieder Peter Passetti, der Erzähler von Alfred Hitchcock in den drei Fragezeichen.
10:42
Also ich erkannte die Stimmen wieder und dann begann dieses Hobby-Hörspiel für mich.
10:47
Ich habe gelesen, jetzt sag mir, ob das richtig ist, dass du früher vorm Radio gesessen hast mit sozusagen blanken Kassetten und angefangen hast aufzuzeichnen, also wirklich das zu rekorden, was im Radio lief.
10:59
Ich habe die Kassette zu Sicherheit vorher ins Gerät reingesteckt, aber im Prinzip ist es richtig.
11:02
Absolut.
11:04
Ich habe das aufgenommen. Das wurde irgendwann eine Manie bei mir, wie alles, was ich intensiv betrieben habe. Denn die Kassetten waren manchmal von der Aufnahmedauer her kürzer als das Hörspiel. Sprich, ich musste im laufenden Hörspiel schnell umdrehen und wieder auf Record drücken, um das weiterzuhören. Ich weiß heute noch, wo die Übergänge sind, wenn ich die inzwischen digitalisierten Komplettversionen habe.
11:24
Deshalb das Nerdwissen.
11:26
Ja, ja, und wenn wir dann in den Urlaub gefahren sind, das war immer scheiße. Weil dann musste ich der Oma sagen, kannst du mittwochs noch mal die Kassette umdrehen? Weil ich wusste, ich hatte dann so Zeitschaltuhren an meiner Stereoanlage dran, dass zu gewissen Zeiten das...
11:40
Ganz normales Kind, Bastian, ganz normales Kind. Da hat es dann angefangen aber auch mit, Achtung, du hast ein riesiges Privatarchiv an Krimi-Hörspielen, ist das richtig? Ja.
11:55
Ja genau, also das, was ich damals aufgezeichnet habe, dann fing das an und dann kamen später sozusagen die digitalen Aufzeichnungsmöglichkeiten. Wenn immer irgendwie Krimi-Klassiker irgendwo wiederholt worden sind, auf irgendeinem der ARD-Kulturwellen habe ich das meistens mitgeschnitten. Vieles habe ich auch nie gehört, so ehrlich will ich auch sein, aber das meiste ist mir dann doch einigermaßen geläufig, von den großen Klassikern zumindest.
12:19
Wie kann man sich dieses Archiv vorstellen? Also ist das so eine riesige Wand, wie so Leute Bücherwände haben, nur mit Kassetten vollgestellt?
12:27
Das habe ich sicherlich auch noch. Also bei mir zu Hause stehen noch so alte Europa-Kinderhörspiele sicherlich. Aber der Rest ist inzwischen ja alles digital sozusagen. Das habe ich mir dann auf so Festplatten gemacht, dass ich immer schnell darauf zugreifen kann, wenn ich irgendeine Stimme suche. Beispielsweise in der Vorbereitung der Rahmenmoderation von kein Mucks. Ja.
12:47
Und um die Lücken zu füllen, dann eigentlich dieser Podcast, damit man an diese ganzen fehlenden Stücke drankommt.
12:51
Das ist für mich das allergrößte natürlich bei der Arbeit an diesem Podcast. Wann immer wir dann mal ein Porträt über irgendeine Schauspielerin, einen Schauspieler machen im Rahmenprogramm, dann kann ich Lina Kuckerli fragen, hey, ich brauche ein Hörspiel des Süddeutschen Rundfunks von 1962.
13:06
Das interessiert mich privat nicht, keine Sorge. Ich brauche es nur der Recherche wegen. Und dann kriege ich das relativ schnell und kann es dann einmal hören und kann dann vergleichen und irgendwelche kleinen Snippets nehmen, die ich dann für die Biografien in der Rahmenmoderation nutzen kann.
13:18
Also da haben sich auf jeden Fall die beiden Hörspiel-Nerds gefunden.
13:21
Ja, das ist total super. Du hast ja diese Welt auch von Anfang an so gemocht und vorangetrieben. Also auch das Medium-Podcast war 2020, als wir mit dem Podcast begonnen haben, jetzt noch nicht so geläufig wie heute, sechs Jahre später. Ja, jeder wusste schon, was ein Podcast ist, klar. Aber dass wir sozusagen Kriminalhörspiele... in so einen Podcast reinsetzen konnten, auch in einem wöchentlichen Rhythmus. Das war dann eben noch mal neuer Flow. Die Hörspiele sind vorher relativ vereinzelt in der damaligen ARD-Audiothek gelaufen. Und wir konnten die Klassiker dann so ein bisschen bündeln durch diesen Podcast.
13:55
Lina, du hast ja die Mühe gemacht, eine Collage zusammenzuschneiden. Vielleicht ist das jetzt der Zeitpunkt, wo wir da mal reinhören. Und danach gehen wir ins Werkstattgespräch.
14:03
Und jetzt, verehrte Hörerinnen und Hörer, kein Mups.
14:10
Ja?
14:11
Ich liebe diesen Ausschnitt. Schon die Pause, bevor er ja sagt, die killt mich. Lassen Sie den Zimt los in die Ecke. Der Spruch, lassen Sie den Zimt, ist in meinen Sprachgebrauch übergegangen. Und übrigens hätten wir diesen Podcast fast mal so genannt. Und wie immer bei den Paul-Tempel-Krimis nach Francis Durbridge, haben Informanten nur kryptische Hinweise für den Detektiv parat. Achtung. Spielen Sie die Schallplatte. Und sie geraten immer kurz danach unter ein Auto.
14:37
Hören Sie mal, ich bin doch nur...
14:41
Und damit ist die erste Leiche gefunden. Und wenn Sie uns noch nie gehört haben, dann frag ich Sie, warum nicht? Diese Soundeffekte werden Ihnen noch ganz schön zusetzen.
14:57
Wenn der Mörder noch in diesem Haus ist, dann ist man doch seines Lebens nicht mehr sicher. Verstehen Sie?
15:01
Ich verstehe das nicht. Herrlich, genre-typische Klischee-Dialoge waren in diesem Krimi zu hören. So sollen Krimi-Texte aus alter Zeit klingen.
15:10
Es gibt bösartige Naturen, die so etwas einfach nicht ertragen können.
15:13
Alles Krimis, die aus der sprichwörtlichen Mottenkiste kommen und gerade deshalb so wundervoll sind. Hast du etwa Angst?
15:19
Ja. Wenn ja, brauchst du es mir nur zu sagen. Noch ist es nicht zu spät. Ich verschwinde.
15:23
Ach, wissen Sie was? Ich sage es Ihnen nach dem Hörspiel. Ja? Ja, versprochen.
15:29
So, und jetzt gehe ich spielen.
15:39
Schön. Man kann sehr, sehr, sehr, sehr gut eure Leidenschaft für diese Hörspiele in euren Augen ablesen, dass ihr sie glänzt. Du kannst sehr viel mitsprechen. Das ist mir schon hinter der Bühne aufgefallen. Du sprichst alles mit.
15:54
Aber ich kannte diese Collage jetzt nicht, vielen Dank dafür. Also zum Beispiel der kleine Junge, der da rausgeht und sagt, so, ich gehe jetzt spielen, ist kein geringerer als Marius Müller-Westernhagen. Weil Marius Müller-Westernhagen war, was viele nicht wissen, ein Funkkind. Der ist über seinen Vater Hans Müller-Westernhagen in den Westdeutschen Rundfunk als Kinderdarsteller in Kinderhörspielen hereingekommen. Und es gibt eine sehr berühmte vierteilige Wiki-Hörspiel-Serie, also noch before this hier, ne?
16:19
Wiki, also nicht wie diese Anime-Zeichentricks-Serie, sondern eben die klassische Rune Johnson-Geschichte. Und da spielt er eben den kleinen Wiki. Das war eben der Ausschnitt.
16:28
Das ist Nerdwissen. Sehr uninteressant, ich weiß, aber ich wollte es einfach mal erzählen.
16:42
Mit keinem Mucks, also mit dem Podcast, weshalb wir auch hier sind, habt ihr natürlich die Möglichkeit, in den Archiven der AID zu stöbern, die ja riesig sind, wie ich schon gesagt habe. Ihr habt die Möglichkeit, eure Leidenschaft jetzt natürlich auch irgendwie zum Beruf zu machen. Meine Frage, wie seid ihr denn auf die Idee gekommen? Wie hat sich das Ganze entsponnen sozusagen?
17:03
Also tatsächlich schon, also ich hole total weit aus, ist das okay? Klar.
17:10
Ich wollte unbedingt Hörspiele machen, als ich erfahren habe, dass es Hörspiele für Erwachsene gibt. Das habe ich im Studium fast zufällig erfahren und dachte, warum wollen das nicht alle machen? Und das kann man beruflich machen. Und das ist auch heute noch so, dass ich den ganzen Tag bei der Arbeit Hörspiele höre, um dann nach Hause zu fahren, um Privat Hörspiele auf der Fahrt zurückzuhören. Und deswegen habe ich mich, als ich als Journalistin angefangen habe, im Volontariat bei Radio Bremen, als Teil der ARD, bei dem einzigen Hörspielredakteur, den wir da hatten, vorgestellt, Holger Rink.
17:45
Und habe gesagt, kann ich mitmachen. Und ich habe ganz, ganz viel von ihm gelernt. Er hat mich viel mitmachen lassen bei vielen Projekten. Wir haben auch zusammen gearbeitet. Aber mir haben dann Kolleginnen und Kollegen immer wieder den Rat gegeben, Geh mal nicht in die Richtung, weil wenn der Kollege in den Ruhestand geht und Hörspiel, das hat eigentlich keine Zukunft. Und wir gehen hier, alles wird immer kürzer, der Wortanteil. Und da sehen wir gar nicht so eine richtige, also mach unbedingt ein anderes Standbein so.
18:17
Das war alles auch nett gemeint, aber ich bin dann doch sehr froh, nicht drauf gehört zu haben, weil eben gerade mit Holger zusammenzuarbeiten, total fasziniert.
18:26
Also mich unglaublich weitergebracht hat. Und es war so, dass Holger schon mit Bastian zusammengearbeitet hat und zwar ging es da ja immer noch um Sendungen, also wirklich im linearen Radio. Und sie hatten zusammen zu einem Jubiläum von Radio Bremen, das war glaube ich damals 70 Jahre, auch schon eine Sendung gemacht.
18:45
Ich erzähle das mal kurz, weil es ist eigentlich kurios aus Podcast-Sicht. Es war einen ganzen Tag lang Hörspiele hintereinander weg moderiert. Und das hat er mir gezeigt, auch recht stolz, weil er schon dachte, dass jetzt jemand den Lina auch mal kennt vom Namen her und so. Und ich habe das gehört, in der Länge und so. Okay, und ist das dann die Nutzungssituation, dass die Leute sich den ganzen Tag vorstellen? Ah, okay, aber es hört sich wirklich gut an. Und dann haben wir gemeinsam überlegt, in einer Telefonschalte, dann haben wir uns kennengelernt.
19:18
Corona stand kurz bevor auch und haben dann überlegt, ob man nicht einen Podcast draus machen kann. Und ich habe mich sehr dafür eingesetzt und habe gesagt, doch, das musst du als Podcast machen, weil diese Leidenschaft, die da ist, das kann man übertragen. Und war aber ja so neu in der Branche, dass ich...
19:34
ein bisschen belächelt wurde auch dafür, gesagt, wer will denn die ganzen alten Dinger noch hören? Ja, wir. Und du kannst ja auch noch aus deiner Sicht erzählen, aber es war tatsächlich so, dass es von Anfang an sehr viel gehört wurde. Also das hat uns einfach Recht gegeben, dass die Leute gerne sich lange hinsetzen wollen und zuhören wollen und dass die Leute sich für gute Geschichten interessieren und auch durchaus begreifen, dass ihnen jemand was erzählt, von dem sie nie wussten, dass es sie interessiert, um dann sich dafür zu interessieren.
20:08
Vielleicht kann man da auch nochmal sagen, also das ist von Anfang an gut gehört worden und wird da immer noch super gut gehört. Das ist jetzt die siebte Staffel, die achte Staffel kommt bald und ihr seid immer auf Platz eins oder sehr, sehr oft, zumindest auf Platz eins bei ARD Sounds jetzt. Das werden sehr viele Leute hören.
20:26
Klingt erst mal verrückt für Leute, die vielleicht nicht so viele Hörspiele hören, aber ja, scheint zu funktionieren.
20:31
Wir konnten vor allem relativ früh mit dem Vorurteil aufräumen, dass alles, was alt ist in den Archiven, unendlich langsam ist. Man sagt ja, früher wird immer alles so wahnsinnig langsam erzählt und die Leute hatten noch viel, viel Zeit und so. Und gerade, also speziell die ersten drei Staffeln von Radio Bremen, die wir zwischen 2020 und 2022 gemacht haben, bestanden in Anführungsstrichen nur aus Radio Bremen-Produktion. Inzwischen sind wir ein ARD-Weiter-Podcast. Die Radio Bremen-Hörspiele zeichnen sich dadurch aus, dass sie kurz und knackig sind. Also bei den meisten Stücken haben wir ja so eine Sendelänge von 35, 40 Minuten, was damals in den 50er-Jahren noch ein Standard war, auch weil die akustische Übertragungsqualität eben nie so toll war, dass die Leute sich lange für Wortbeiträge damals interessiert haben durch das ewige Grundrauschen über Mittelwelle und wie das damals noch übertragen wurde.
21:18
Und wir haben gemerkt, nö, nö, nö, nö. Also das, was der Radio Bremen-Stammregisseur Günther Siebert meistens inszeniert. Es war immer Günther Siebert. Günther Siebert hat alle Hörspiele von Radio Bremen inszeniert, bis auf zwei. Und die waren auch gut.
21:31
Der hat gesagt, nee, Tempo, Tempo, Tempo. Der hat kurze, kleine Jazz-Archivsprengsel reingebaut, um Tempo zu machen. Und schon war man irgendwie mit den Gangstern in der Bank. Dann waren sie wieder zu Hause. Dann haben sie die Beute gezählt. Dann haben sie sich gegenseitig erschossen wegen der Beute. Es hat ein hohes Tempo. Die meisten Täter waren nach 35 Minuten auch schon gefasst. Wir haben gemerkt, das ist jetzt nicht so ein Schnarch-Podcast. Viele Leute sagen mir, wir hören das zum Einschlafen. Toll. Aber ...
21:59
Das soll auch so sein, dazu ist es da. Es sind Unterhaltungskrimis, das ist immer das Allerwichtigste. Wir haben Unterhaltung, oben drüber stehen, über unserem virtuellen Kästchen, kein Mucks. Es geht nicht um sozusagen immer die besten Krimis aller Zeiten. Wir halten uns bei den Rahmenmoderationen selten irgendwie mit den Inhalten auf. Wir erzählen jetzt nicht, Mensch, wenn wir das Hörspiel Blinde Diamanten haben, wo es um eine Flugzeugentführung geht, würde ich nie erzählen, ob ich schon mal ein schlimmes Flugzeugerlebnis hatte. Das interessiert mich alles nicht. Mich interessiert, wann ist das geschrieben, wer sind die beteiligten Darsteller und Darsteller, möglicherweise die Regie, was ist besonders an dem Hörspiel, was sind da für Zwischenmusiken verwendet worden.
22:38
Beim Westdeutschen Rundfunk ist es meistens so, dass sie einen Komponisten hatten, der damals mit einem kleinen Orchester, einem Jazzorchester noch extra selber Musik für ein Hörspiel von 35 Minuten länger aufgenommen hat. Also die Uridee von öffentlich-rechtlichem Rundfunk, dass man halt Stars, die man von der Bühne und vom Fernsehen kannte, auch im Radio hören konnte. Und noch eigens dazu komponierte Musik und möglicherweise noch Themen, die die Leute zum Beispiel aus der Literatur kennen oder so etwas vereinen konnte. Das ist immer das Spannende daran. Also nur das. Nicht die Inhalte. Ja, so ehrlich können wir sein.
23:09
Es gibt das ein oder andere Hörspiel, das ist eine ziemliche Gurke. Da merkt man ja, hinten raus ist es nicht ganz so spannend. Oder die Auflösung sah man kilometerweit schon kommen. Ja, ja, es war Mr. Smith und so. Es ist egal, weil man merkt den Macherinnen speziell der Radio Bremen Tempohörspiele an, die haben das mit Leidenschaft gemacht und sie haben es sozusagen, die Schauspielenden, unter Live-Bedingungen gemacht. Ja, man konnte damals schon aufzeichnen, aber wir schreiben es ja immer in die Exposition mit rein, man hört mitunter noch, speziell unter Herbert Steinmetz, ja, wie er den Zettel zur Seite schiebt.
23:41
Also man hört noch die raschelnden Skriptseiten, man hört noch, oh, einer knallt gegen das Mikrofon und so. Scheißegal, wir lassen es durch, weil die Szene ist doch gerade gut. Die haben das doch schön gemacht da, die Jungs und Mädels. Let's go, wir machen weiter. Und das merkt man den Macherinnen und Machern an. Es ist eine Begeisterung dahinter beim Spiel. Und das überträgt sich, glaube ich, auch noch bis heute an die Zuschauenden und Zuhörenden.
24:03
Ich habe gerade kurz überlegt, ob ich das Glas jetzt heben soll. Wir haben vorhin ausgemacht, dass wenn Bastian sehr, sehr lange redet, soll ich das Glas heben, um ihn zu unterbrechen.
24:12
Das war genau die Idee, als unauffälligen Hinweis, genau.
24:16
Jetzt wisst ihr auch ihr Bescheid.
24:18
Jetzt kannst du eine ganze Flasche hochheben, so lange, wie ich gerade geredet habe.
24:22
Was mir auch aufgefallen ist jetzt, wo ich mich viel mit Hörspielen und vor allem mit Krimi-Hörspielen beschäftigt habe natürlich in Bezug jetzt auf diesen Abend, dass ja, das hatten wir auch vorhin schon besprochen, ein bisschen im Backstage, dass, ich weiß nicht, wie es euch da geht, dass man, wenn man Krimi-Hörspiele jetzt hört, dass es schon sehr viel auch mit Schauspielerei zu tun hat. dass da noch so viel reingegeben wurde, was du schon gesagt hast. So eine richtige Band oder ein richtiges Orchester. Dann wurde da richtig mit Patronen geknallt. Dann hört man das Geraschel. Dann haben die geraucht im Studio. Dann hat niemand Whisky drin. Und so haben die aufgezeichnet damals.
24:54
Also das war irgendwie wirklich auch da ja eine richtige Leidenschaft. Und was man, finde ich, jetzt auch stark raushört. Also man hört das raus. Macht ihr da viel dran? Also macht ihr das irgendwie glatt oder lasst ihr das so?
25:06
Also technische Bearbeitung ist so, dass wir sozusagen die Töne ein bisschen anheben. Die meisten Hörspiele, die wir da haben, sind komischerweise sehr leise aufgenommen. Das Grundrauschen wird ein bisschen rausgenommen. Aber sonst wird da nicht viel gefummelt. Wir fummeln immer bei Kriminalrat Obermoos erzählt.
25:22
Da müssen wir fummeln. Und zwar die Originale sind länger als das, was wir ausstrahlen. Warum? Wir kürzen die Musik. Es ist, ich weiß nicht, ob Sie es kennen, aber an Ihre Reaktion glaube ich, das ist diese Rate-Krimi-Serie aus dem Hessischen Rundfunk, wo Kriminalrat Obermoos kurz vor Ende des Falls sagt, so, liebe Hörerinnen und Hörer, und jetzt haben Sie die Chance, selber einmal darauf zu kommen, wer der Täter gewesen ist. Sie haben alle Informationen, wir bringen ein bisschen Musik und noch einer kleinen Musik. Geht's dann weiter. Dann kommt diese Musik, die ist meistens sieben Minuten lang. Ja.
25:49
Das ist für einen Wort-Podcast dann zu lang, die schneiden wir dann ein bisschen zusammen, weil jeder von Ihnen kann den Podcast anhalten und dann zu Hause überlegen, wer jetzt der Täter war. Und auch nach der Auflösung kommt auch immer noch mal sieben Minuten Musik, aber dann kommt nichts mehr. Das nehmen wir dann raus, also das ist dann irgendwie Unsinn. Wir hatten mal das Hörspiel Pinch und Patchwork von Radio Bremen, das war eine Krimi-Komödie.
26:10
Die haben wir nicht ganz verstanden, aber wir haben sie trotzdem gesendet. Und vor allem schien sie für einen bunten Nachmittag gedacht zu sein. Das war also kein Krimi für die Radio Primetime, sondern so ein Unterhaltungsding. Und zwischen den Szenen war fünf Minuten lange Dixieland-Musik. Und ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich mag ja alte Musik, aber Dixieland halte ich nicht aus. Schön, aber wir haben dann doch gemerkt, nach dem dritten nervt es. Weil tatsächlich haben sie...
26:38
Also das Hörspiel geht einfach nicht weiter. Und dann haben wir gesagt, komm, wir nehmen zwei Dixielands raus und machen die Rahmen-Dixieland-Musik ein bisschen kürzer, damit man die Form noch erkennt, aber nicht das Gefühl hat, das Hörspiel sei schon vorbei beim zufälligen Vorbeischalten.
26:50
An dich als Redakteurin, wie sucht ihr denn die Folgen aus? Habt ihr, sag ich mal, eine Idee davon, wie die Staffel gestaltet werden soll oder sucht ihr von Mal zu Mal aus? Wie geht ihr da dran?
27:02
Meistens haben wir, also tatsächlich ist es nicht so leicht, an viele Stücke ranzukommen. Das liegt daran, die sind zwar da in den Archiven, aber wir haben ja mit den Machenden damals in den 60er Jahren keine Verträge darüber gemacht, was bedeuten würde, wenn wir diese Stücke mal in einem Podcast online veröffentlichen. Die sind ja gemacht worden für eine Sendung. Und das heißt, wir müssen einmal abschätzen, was ist fair.
27:28
versuchen, Rechteinhaber nochmal wieder aufzufinden. Manchmal haben wir Adressen, manchmal nicht. Wir schreiben Menschen an und so weiter. Und das dauert manchmal länger. Das heißt, meistens haben wir schon eine Wunschliste, wenn wir in eine neue Staffel kommen. Das sind dann einfach Stücke, an die wir sehr lange rumgebettelt haben, weil wir die gerne wollen. Das ist das eine. Das andere ist, Das ist dein unglaubliches Wissen. Also du kennst einfach sehr, sehr, sehr, sehr viele Hörspiele und die meisten Hörspiele, die in keinem Muck sind, sind klare Vorschläge von dir gewesen.
28:05
Und das andere ist, dass wir den Podcast ja mittlerweile nach ein paar Staffeln konnten wir ja alle anderen Hörspielabteilungen der ARD überzeugen, bei uns mitzumachen. Und da sind natürlich auch Menschen mit viel, viel Wissen über die jeweiligen Archive und auch mit guten Ideen. Und auch so finden Hörspiele den Weg zu uns, indem uns Sachen vorgeschlagen werden. Wenn du recherchierst, recherchierst du ja auch häufig so, dass du einmal nach Darstellern oder nach...
28:37
Das sind auch noch so Wege. Ich habe zum Beispiel von meinem Vorgänger, Holger Ring, einen großen, er hat immer alles ausgedruckt, alles ausgedruckt und in Ordner getan, alles, alles, alles. Und in diesen großen Ordnern, da sehe ich halt manchmal einfach Stücke, die noch von Autoren sind, von denen ich schon großartige Stücke kenne oder so. Und das ist auch häufig eine Art, dass ich mir da mal so zusammenschreibe, was ich mir noch alles anhören will oder so. Genau, und häufig auch über Darstellende.
29:05
Genau. Also wir schauen meistens in den Kalender, wenn wir wissen, wann die Staffel stattfinden soll. Dann stellen wir zum Beispiel wie zuletzt fest, oh, 50. Todestag von Agatha Christie. Dann vermelden wir das an die neuen ARD-Redaktionen und dann kommt freundlicherweise in diesem Fall vom Südwestrundfunk die Reaktion, hey, wir kriegen sogar mehrere Agatha Christie-Hörspiele. Deshalb konnten wir Anfang des Jahres 2026 einen Schwerpunkt machen mit drei Agatha Christie-Hörspielen. Zweimal Poirot und einmal die Stimme aus dem Grab, eines meiner absoluten Favoriten.
29:32
Das haben wir als erste Folge der siebten Staffel gebracht. Zusammen mit einem kleinen Porträt über Agatha Christie. Dann haben wir festgestellt, dass die Schauspielerin Ursula Langrock 100. Geburtstag gehabt hätte. Niemand von Ihnen kennt Ursula Langrock. Aber wir hatten ein schönes Hörspiel aus dem saarländischen Rundfunk mit dem lustigen Titel Mord mit Fortsetzung. Dann haben wir gesagt, das passt doch wunderbar zusammen. Dann haben wir uns andere Hörspiele mit Ursula Langrock kommen lassen. Und schon hatten wir die Sendung zusammengestellt. Hin und wieder machen uns die Redaktionen Vorschläge. Zum Beispiel der Bayerische Rundfunk, der sagt ja immer, passt auf, nächsten April würden wir das Hörspiel Rebecca von Daphne du Maurier in einer wunderbaren Fassung mit Peter Passetti nochmal hervorholen.
30:10
Wollt ihr das haben für keinen Mucks, worauf wir sofort sagen Ja. Sofort wollten wir das haben.
30:16
Also wir würden dann niemals ein Stück ablehnen, was uns vorgeschlagen wird, also zumindest selten aus irgendwelchen Gründen, weiß ich jetzt nicht. Und den Rest versuchen wir halt zu bekommen, also auch langfristig geguckt. Und tatsächlich, das muss man immer wieder sagen, hilft uns zum Beispiel der Mitteldeutsche Rundfunk wahnsinnig bei den Hörspielen aus der DDR. Wir sind ja ein Krimi-Klassiker-Podcast, also bedienen wir auch die Hörspiele aus der Deutschen Demokratischen Republik. Und in denen, glaube ich, zu sagen, sind wir beide überhaupt nicht Firmen, nicht nur, weil wir damit nicht aufgewachsen sind, sondern weil die so wahnsinnig lange unter Verschluss eben auch lagen im Rundfunkarchiv.
30:49
Und da kriegen wir jetzt wirklich Dinge, die wirklich anders sind als die Hörspiele, die wir sonst aus den Weltkriegen. ehemals westdeutschen ARD-Anstalten kennen. Und wir haben einen Redakteur, Matthias Thalheim, der ehemalige Hörspielchef von MDR Kultur, der ein Riesen-Nerd ist und das alles kennt und uns extra Dossiers immer dazu schreibt. Also der macht sozusagen an dieser Stelle unsere Arbeit, was wir im Podcast übrigens auch kennzeichnen. Also das ist schon eine super Hilfe, dass alle diese neuen ARD-Anstalten für diesen Podcast so ideal und wunderbar zusammenarbeiten und ich das große Glück habe, dass Melina Kokoli dann auch noch den Rücken frei hält.
31:24
Das ist toll.
31:25
Schön. Dafür einen Applaus, oder?
31:27
Das ist die Wahrheit.
31:29
Sie macht das.
31:36
Ich habe mich beim Hören gerade so ein bisschen gefragt, also ihr bekommt ja sozusagen von allen Landesrundfunkanstalten vielleicht auch Tipps. Was ist denn so die Nerd-Landesrundfunkanstalt, die so richtig viele alte Archivklassiker hat, wo ihr sagt, nee, also das habe ich ja noch gar nicht auf dem Schirm gehabt?
31:54
Das ist schwer. Also Radio Bremen fing schon mal an, weil da sind wirklich unfassbare Hörspiele drin. Der Fall Livingness ist immer für mich ein absoluter Favorit, wo es um einen toten Schauspieler geht, der zur Sicherheit erdrosselt, erstochen und vergiftet wurde.
32:07
Übertötet, hab ich vorhin gelernt.
32:10
Von drei verschiedenen Tätern, die nicht wussten, dass der jeweils andere ... Also gut. So was ist sehr special. Und je spezieller oder verrückter, je abgefahrener das auch ist. Und wenn's dann auch noch gut ist, nehmen wir's meistens sofort.
32:22
Wir freuen uns zum Beispiel über den hessischen Rundfunk, weil es diese sensationelle Serie Kriminalrat Obermoos gibt. Im saarländischen Rundfunk sind auch ähnlich wie bei Radio Bremen wirklich kurze, knappe Krimis drin. Also bei denen ist kein Krimi länger als 30 Minuten von denen jetzt aus den 60er, 70er Jahren. Sie haben sogar die langen Stücke, also Hörspiele, die, sagen wir mal, 75 Minuten lang sein könnte, nochmal in drei Teile, a 20 Minuten geteilt, weil offenbar der Saarländische Rundfunk damals seinen Hörerinnen und Hörern immer nur Häppchen-Krimis zuwerfen wollte.
32:53
Wir kleben die dann meistens aneinander, zum Beispiel Mord mit Fortsetzung, war ein Mord mit Fortsetzung, das waren vier Teile a 25, aber es hat keinen Sinn gemacht, dieses Hörspiel als vier Teile, also in vier kein Mux-Ausgaben, über einen Monat zu strecken. Und haben gesagt, komm, wir kleben die zusammen, weil es ist eben eine Story, ein Theaterstück. Anders ist es jetzt bei Paul Temple und der Fall Jonathan. Das waren im Original acht Teile A40. Wir haben daraus vier Teile A eine Stunde 20 gemacht. Das ist auch noch lang genug für eine Podcast-Folge.
33:24
Deshalb sind unsere einzelnen Podcast-Folgen auch so unterschiedlich lang. Es richtet sich alleine nach den Längen der Hörspiele im Original.
33:30
Wie arbeitet ihr da zusammen? Also ihr habt das jetzt ausgesucht, das Stück. Dann begebt ihr euch auf die Recherche oder schüttelst du das alles aus dem Ärmel oder schüttelst du das aus dem Ärmel?
33:40
Erst kommt die rechte Klärung. Also wir können uns ja viel wünschen und dann stellen wir fest, dass wir zum Beispiel aus dem hessischen Rundfunk das Hörspiel Der Mörder klingelt nicht. Nie, nie, nie bekommen werden, obwohl es super ist. Wir kriegen es nicht aus irgendwelchen rechten Gründen. Der Mörder klingelt nicht. Ich weiß, die Stille ist ohrenbetäubend, aber...
33:57
Ich wollte dieses Hörspiel nicht nur des Hörspiels wegen zeigen, ich wollte auch, weil ich habe noch eine historische Ansage, wo der Ansager sich so wunderbar verspricht, die hätte ich auch noch gebracht, aber es geht nicht, weil wir dieses Hörspiel halt nicht bekommen, da haben wir dann eben Pech, aber die meisten Rechte, die wir bekommen, übrigens kann man hier einfügen, dass deshalb auch unsere Folgen nach einem Jahr wieder aus dem Regal rausfallen aus dem virtuellen, weil die Rechte irgendwann auch wieder ablaufen. Deshalb sind manche Kein-Mucks-Folgen, die es vor einem Jahr, vor zwei, vor drei Jahren mal gab, auch irgendwann nicht mehr da, weil die Rechte auslaufen und dann natürlich die richtige Entscheidung getroffen wird, die komplette Folge rauszunehmen.
34:31
Was war die Frage? Ja.
34:32
Applaus Ich habe in der Zeit schon selber meine Frage wieder vergessen.
34:45
Ich rede sehr unkonkret. Wir machen eine große, lange Wunschliste, was wir gerne wollen. Wir machen eine große Wunschliste, was wir wollen. Wir sagen an ...
34:57
Es gibt so ein paar Highlights, die wollen wir immer. Wir wollen gerne Paul Temple, wir wollen Agatha Christie, wir wollen Sherlock Holmes, wir wollen Obermoos. Und mit dieser großen Wunschliste gehen wir auf die Sender zu.
35:14
Jeder Sender versucht zu klären, die Stücke aus seiner Welt. Also ich kläre zum Beispiel mit meiner Lizenzfrau die Stücke für Radio Bremen. Und dann, das ist ein richtiges Verhandeln. Wir haben zum Beispiel mal ein Stück nicht bekommen, weil eine Netflix-Serie, vielleicht war es nicht Netflix, ein großer Streamer,
35:34
Dreisat, Dreisat war es.
35:36
Ein großer Streamer, gerade das nochmal neu verfilmt hat, den Urstoff. Und dann gibt es zum Beispiel manchmal gar keine Rechte mehr, obwohl dieses Stück da liegt. Es ist da. Aber dann dadurch, dass man eben damals keine Online-Rechte geklärt hat, weil man ja nicht wusste, dass das mal irgendwann relevant sein wird, muss man da komplett neu verhandeln. Und das kann sich manchmal ziehen, gerade wenn es mit dem Ausland ist. Wir haben ja nicht nur deutsche Autorinnen zum Beispiel, sondern ja auch, ich Eine kanadische Autorin haben wir sehr oft, Schweden haben wir, genau.
36:07
Muss man verhandeln, man muss erklären. Mit erklären geht es häufig, indem man einmal erklärt, wie groß das hier ist, was wir machen und wie schön das ist und wie liebevoll wir damit umgehen. Das ist ein häufiger Weg. Genau, dann kommen ja noch die anderen Sender und sagen, boah, das wollt ihr wirklich...
36:24
wirklich, mögt ihr das? Wollt ihr nicht lieber das hier? Und dann sagen wir, oh, das können wir noch gar nicht, können wir da mal reinhören. Also das ist so der Prozess dahin, bis wir eine Auswahl haben. Und meistens, wir nehmen in verschiedenen Aufnahmeblöcken auf und meistens wissen wir beim ersten Aufnahmeblock noch nicht genau alles, was vorkommt, weil es einfach, wir haben dann Alternativen, um zu gucken, weil das einfach das ist, was manchmal ja unberechenbar ist, wenn man mit schwedischen Rechteinhabern und Vertretern verhandelt.
36:53
Aber die ganzen Infos jetzt, so was wie biografische Sachen, Hintergrundsachen, Nerd-Infos, da telefoniert ihr dann, wie kann man sich das vorstellen? Und dann redet ihr darüber, hey, das können wir mit reinnehmen, checkt das dann nochmal cross oder wie macht ihr das? Das macht Bastian Passewka alles alleine.
37:06
Ja, das stimmt nicht ganz. Wir hatten Chris Howland aus dem Saarländischen Rundfunk. Dann habe ich noch mal gefragt, gibt es vielleicht irgendwie ein akustisches Porträt, ein Interview mit diesem Schauspieler? Und dann kam so Bonusmaterial dazu. Der Westdeutsche Rundfunk hat noch ein Interview gefunden. Das haben wir dann so in kleinen Teilen so eingebaut und so. Aber tatsächlich...
37:26
Müssen wir immer den Kalender ausbreiten, wir müssen auch immer schauen, dass sozusagen die Sender sich nicht knubbeln. Also wir wollen eigentlich, dass wir in der ersten Folge ein Hörspiel aus dem Bayerischen Rundfunk haben, im nächsten eins aus dem Norddeutschen Rundfunk, dann wieder eins von Radio Bremen, dass wir nicht viermal hintereinander Radio Bremen zum Beispiel haben oder so. Also wir wollen immer mischen, dann gibt es irgendwie so die Highlights, runder Geburtstag von Patricia Highsmith, das kann dann nur an dem Datum stattfinden. Überraschung, wir hatten schon die Dame im Nebel vom saarländischen Rundfunk mal für einen Aufnahmeblock geplant, dann sagte der saarländische Rundfunk aus organisatorischen Gründen, wäre es gut, wenn das später käme, dann nehmen wir das wieder raus.
37:57
Also das fummelt sich so hin und her. Das ist auch ein Grund, warum wir sozusagen immer eine sehr lange und von den Fans kritisierte Sommerpause machen, weil wir wieder von vorne anfangen müssen. Also die rechte Abteilung, die rechte Klärung und all die Arbeit aus der Redaktion von Radio Bremen, also mit Lina, Die müssen diese Vorbereitungen machen. Das eigentliche Produzieren und Senden ist dann der kleinere Part. Aber die Vorbereitung frisst viel Zeit, frisst Energie und in der Zeit können wir dann halt keine Folgen senden.
38:26
In der Verteilung ist auch noch richtig schön, wenn wir, da achtest du, finde ich immer sehr gut drauf, dass wir nicht die gleichen Prämissen hintereinander haben oder nicht zweimal eins, das im Flugzeug spielt oder im Zug, das ist richtig schwierig, weil wir haben echt viele Stücke, die im Zug spielen. Das mag ich aber auch total gerne, es sind auch wirklich tolle Stücke.
38:46
Übertöten im Zug.
38:47
Das hat man noch gar nicht gehört.
38:49
Getötet, erstochen und aus dem Fenster geschmissen. Und keine Bahnkarte.
38:51
Das waren sehr viele Täter.
38:54
Riesenproblem. Auch Titelähnlichkeiten. Wir haben es einmal nicht geschafft. Wir haben fast unmittelbar hintereinander Tod in der Flasche, Tod im Moor und Tod in der Schublade.
39:05
Man würde eine Reihe vermuten.
39:07
Tod in der Flasche. Tod in der Flasche ist ein DDR-Hörspiel. Der Tod in der Schublade ist eins meiner Favoriten, ist aus dem hessischen Rundfunk. Und Tod im Moor ist auch wieder ein DDR-Hörspiel.
39:16
Sehr uninteressant, ich weiß.
39:19
Ich fand es interessant, was du vorhin gesagt hast, Lina, und zwar zum, wenn ihr anfragt, zu Klassikern, die ihr gerne haben wolltet, und die dann sagen, das wollt ihr spielen. Woran liegt es? Gibt es... Das wäre mein Gedanke. Gibt es solche, sage ich mal, Klassiker, die sehr schlecht altern, wo man sich denkt, oh, das können wir aber so nicht mehr spielen.
39:40
Oh ja, die gibt es. Ja, die gibt es. Und im Zweifel haben die Kollegen auch recht. Und wir hören noch mal rein und sagen, oh ja, das Frauenbild ist wirklich...
39:49
Und das lässt sich auch jetzt nicht schneiden. Das gibt es und damit muss man sich auch auseinandersetzen. Das ist total wichtig und uns liegt es auch total am Herzen. Wenn etwa Sprache verwendet wurde, die die Menschen beleidigt, dann nehmen wir das Stück entweder nicht oder wir schneiden diese Beleidigung raus oder du moderierst es. Das machen wir auch.
40:17
Die
40:19
Oder es kann uns natürlich auch mal durchrutschen, das ist klar. Sowas kann uns auch passieren, wir sehen nicht alles, aber dann muss man auch gut damit umgehen. Weil ich halte das gerade, wenn man mit dem Archiv umgeht, für absolut wichtig, dass man weiß, in welchem Kontext man die Hörspiele jetzt hat. Weil wir sind kein, wir sind ein Unterhaltungspodcast, es ist uns wichtig, dass man...
40:40
keinen Mucks anmachen kann und sich dabei wohlfühlen kann. Ich glaube, das eint auch so ein bisschen die Krimiauswahl. Das ist sehr selten. Also wir haben schon ein paar echt böse Morde, aber die sind wirklich wenig. Meistens ist es, das Messer steckt, aber das Blut spritzt nicht. Und Und das zusammen mit deiner Moderation ergibt ja schon auch so ein Safe Space. Und der liegt uns beiden sehr am Herzen. Das ist vielleicht auch eine Sache, dass man da sehr gut zusammenarbeiten kann, wenn man sich da so einig ist.
41:15
Also wir haben jetzt selten uns gestritten, dass einer von uns ein Stück wollte und der andere gar nicht. Da kann ich mich gar nicht dran erinnern.
41:22
Also kollektiv. Textualisieren ist ja dann auch wichtig, dass ihr dann vielleicht auch sagt, das ist die Gesellschaft von früher und das so darstellt und vielleicht auch so einfangen. Machst du das?
41:31
Das ist immer der Versuch. Also wie gesagt, ich würde meine Moderation hier nicht überbewerten. Im Zentrum einer jeden Folge, das ist das Allerwichtigste, steht das jeweilige Hörspiel.
41:40
Filmpodcasts kann man sagen, okay, wir plaudern über James Bond, jeder Mensch weiß, was James Bond ist. Aber wir müssen, wenn wir über das Hörspiel der Salzstreuer sprechen, das Hörspiel auch nochmal bringen, weil es natürlich zu Recht keiner kennt.
41:52
Also die Idee ist immer, das Hörspiel ist in der Mitte, am Anfang zwei, drei erklärende Sätze und am Schluss kommt dann sozusagen... Der Trivia Talk, also woher kennt man die Darsteller, woher kennt man den Autor und so weiter und so weiter. Und darüber nähern wir uns an. Also wir hatten jetzt den seltenen Fall, dass zum Beispiel aus dem alten SFB, dem Sender Freies Berlin, ein Hörspiel mit dem Titel Die Stunden nach Mitternacht zu uns in den Podcast kam. Und oh Wunder, wir finden zufällig bei YouTube das Making-of dieses Hörspiels, was 1961 produziert worden ist.
42:23
Das habe ich noch nicht erlebt, weil tatsächlich hat 1961 der SFB eine Art Imagefilm über den eigenen Sender gemacht und es ist ausgerechnet, wenn es dann irgendwann, nachdem sie über das Orchester gesprochen haben und über die Nachrichtenstation, kommen sie auch in die Hörspielabteilung und da wird genau dieses Hörspiel produziert, was wir dann auch im Podcast haben. Und ich habe die Spuren übereinandergelegt. Es ist genau der Take im Making-of, der auch im Hörspiel drin ist. Also die haben das nicht so als Faking-of gemacht, wie man das ja so sagt. Also die Schauspieler noch mal hingestellt für die Kamera. Hey, wir nehmen gerade ein Hörspiel auf. Juhu. Nein, es ist wirklich ein Mitschnitt einer...
42:57
einer wirklichen Aufnahme, die dann wirklich auch für das fertige Hörspiel verwendet wurde. Das ist natürlich immer super, dass wir sowas haben und das nennen wir dann auch in kein Mucks, verlinken das in den Shownotes, sodass man sich das hinterher anschauen kann. Sowas Schönes ist dann auch mal ein Pluspunkt für ein Hörspiel, selbst wenn das Hörspiel nicht so toll gewesen wäre, in diesem Fall ist es das, hätten wir es genommen, weil wir sagen können, wir haben das Making-of. Also wir müssen es manchmal irgendwie einfach auch ein bisschen schöner reden, als es manchmal ist.
43:23
Apropos Making-of, ich denke gerade, ist das vielleicht die Zeit, wo wir einmal reinhören könnten, was es vielleicht für Outtakes gibt? Es gibt nämlich Outtakes.
43:30
Wovon gibt es Outtakes?
43:33
Ja, herzlich willkommen. Liebe Grüße nach Bremen. Bastian Pastewka hier und Theresia Singer hinter einer Scheibe. Wir sind gut gelaunt und sprechen jetzt einfach, wie so oft, unabhängig von... Laufen wir schon? Ja, wir laufen schon. Ja, herzlich willkommen. Liebe Grüße nach Bremen. Bastian Pastewka hier und Theresia Singer hinter einer Scheibe. Wir sind gut gelaunt und sprechen jetzt einfach, wie so oft, unabhängig von unserem zentralen Nervensystem, irgendwelche Informationen über heitere Hörspiele. Und jetzt laufen wir auch noch. Und deshalb mache ich jetzt das, was ich eben vergessen habe, eine Handklappe.
44:03
Also, eine komplizierte Kiste, ein mörderischer Ruf heißt das Ganze von Rolf Biebricher. Ist das richtig? Nein? Ein mörderischer Ruf heißt dieses Hörspiel und zwar von Horst Biber. Wird gerne verwechselt mit Rolf Biebricher. Habe ich jetzt gleich. Das stimmt, habe ich vollkommen richtig gesagt. Müssen Sie schneiden, haben Sie aber auch gemerkt. Und beide kommen aus der lustigen Kategorie Frauen in einsamen Häusern allein am Telefon. Diese Kategorie gibt es nicht. Ich hab sie erfunden. Das mach ich noch mal. Hab mich nämlich vertankt. Ja, was ist die 21?
44:35
Ah, natürlich. Theresa fragt sich, was ich hier mache, ne? Dass du eine halbe Sekunde anspielst und sofort... Ja, aber komm, der Satz war, Rangiergleis 9 leuchtet auf. Da weiß ich sofort, es ist das Eisenbahnhörspiel. Nochmal. Schnitt.
44:55
Handklappe zwischendrin bringt gar keinen Sinn. Guckt nochmal nach, das haben wir nämlich vorhin verballert. Dem Krimi-Podcast, dessen Namen ich vergessen habe. Da fällt er mir ein. Kein Mucks. Um Himmels Willen.
45:15
Möchte es...
45:17
Möchtest du dich rechtfertigen, oder?
45:19
Ich finde es ein Skandal, ich gehe. Das sind auch meine Versuche, kein Mucks für ein Videoclip zu machen. Das waren alles die Versuche, irgendwie dem Publikum zu erzählen im Bild, was wir am Donnerstag im Podcast machen. Das haben wir eine Zeit lang wöchentlich gemacht. Das machen wir aus diesen Gründen nicht mehr. Aber tatsächlich schmeiße ich Rolf Biebricher und Horst Biber immer durcheinander. Das ist ein privates Problem von mir, das muss sie gar nicht weiter interessieren. Aber das Wichtigste, das muss man wirklich sagen, die dritte Person, die hier eigentlich sitzen müssen, ist Theresia Singer, die eben auch kurz zu hören war, weil mit der nehme ich in Köln die Podcast-Folgen auf.
45:52
Also die macht die technische Überwachung, die schneidet das alles, die hat meine Sendebücher, ich schreibe ein Moderationsbuch, auch da liegen und wir bauen dann die Schnipsel ein, bauen die Collagen, legen die Musiken drunter. Der ganze Vorspann, den wir auch am Anfang nochmal gehört haben, ist alles Theresia Singer. Die macht das, die mischt das, die baut das und hat da eine Riesenfreude dran, Also die ist für mich die wichtigste Person in der Sekunde, wo wir den Podcast technisch vollfertigen.
46:16
Du sitzt.
46:17
Ja, also vielen Dank an Theresia, die das toll macht. Mit sehr viel Geduld.
46:27
Ich wollte gerade sagen, für die Leute, die sich vielleicht damit nicht so auskennen, du sitzt dann im Studio, wahrscheinlich mit Glaswand, da sitzt die Redakteurin oder die Regisseurin, hat die auch ein Glas, die immer so macht, du kannst jetzt, hör jetzt auf. Gibt es das auch?
46:40
Nein. Aber das wäre ja Wahnsinn. Ja, tatsächlich ist es ein Tonstudio im Kölner Süden und Theresia sitzt hinter der Scheibe und dann lässt sie es laufen und ich lese dann die Sendebücher mit allen Versprechern und wir schneiden das dann so zusammen, dass es nicht so schlimm ist. Eigentlich ist es eher andersrum mit dem Glas, weil Theresia vor lauter Abstreichen manchmal mich nicht sieht, weil ich ihr irgendwas sagen will, da muss ich so ein Glas an die Scheibe werfen, damit sie will, ah ja, wir machen nochmal. Also das ist meistens so rumgelöst bei uns beiden.
47:06
Okay.
47:08
Hast du Lieblingsstimmen oder habt ihr Lieblingsstimmen? Also man hat ja so sehr, wenn man selber Hörspiele hört, ob es jetzt Krimi-Hörspiele oder welche auch immer sind, hat man ja so diese Stimme, wo man es denkt, oh, das ist diese Großvaterstimme. Oder das ist diese eine Stimme, die immer die Gärtnerin hat oder so. Ich glaube, Hans Pätsch ist ja so eine ganz, ganz bekannte Stimme, die man zum Beispiel aus die Drei-Frage-Zeichen kennt oder auch Edgar Wallace Filme.
47:34
Ja, genau. Also Hans Pätsch war für eine gewisse Generation der Märchenonkel der Nation, weil der Mann war Schauspieler schon seit den 40er-Jahren, auch Synchronsprecher. Aber eben bei dem Hamburger Hörspiellabel Europa wurde er meistens als Erzähler von Schneeweißchen und Rosenrot, allerlei Rotkäppchen und so was alles dann zu Rate gezogen. Er hatte eine sehr warme, tolle Baritonstimme und ist einfach ganz vielen Kindern eben dadurch bekannt geworden, der ganzen Generation. Wir freuen uns natürlich immer, wenn wir ein Hörspiel haben, speziell von Radio Bremen, wo Hans Patch sehr viel gesprochen hat.
48:06
Was wir dann senden können, dann machen wir noch mal diese Verweise und bringen noch mal einen Ausschnitt aus Huibu, wo er zum Beispiel der Erzähler gewesen ist.
48:14
Mir fällt noch Hans Clarin ein, den viele mit ihrer Kindheit auch verbinden. Hans Clarin war nämlich der Pumuckl. Und das ist ... Ich kann ihn von der Rolle leider nicht trennen. Wir hatten z.B. ein Sherlock-Holmes-Stück, an dem Hans Clarin jemand sehr bösen gespielt hat. Man hat ihn halt nicht so richtig ernst genommen.
48:37
Man dachte immer, dass gleich Meister Eder reinkommt.
48:39
Und so was sagt wie, ich bin ja gar nicht hinkommen. Der Satz fällt ja in jedem Pumuckl-Hörspiel. Was war jetzt das? Der Pumuckl hat was umgeschmissen.
48:50
Dann die Stimme von Käpt'n Blaubeer.
48:52
Wolfgang Fölz. Oh ja, Wolfgang Fölz. Den hab ich sehr verehrt, weil mit dem hab ich auch gedreht in der Wichser. Wolfgang Fölz hat mal zu mir gesagt, Pastewka spielt wie Durchfall. Man weiß nie, ob noch was kommt. Das stimmt. Das ist vollkommen okay.
49:16
Aber tatsächlich hatten wir noch kein einziges Hörspiel mit Wolfgang Völz im Krimi-Podcast. Kein einziges. Wir haben immer noch auf ihn verwiesen, aber wir hatten ihn noch nie. Es gibt wenig Kriminalhörspiele mit Wolfgang Völz. Das ist so lustig, beim SFB gibt es so, also man denkt, es müsste eine Riesenauswahl von Hörspielen geben, eben mit diesen alten Westberliner Schauspielern und Schauspielern. Aber wir sind ja froh, wenn wir einmal mit fünf Sätzen Günther Fitzmann mit dabei haben, wie zuletzt an einem Henry-Slazer-Hörspiel. Der sagt nicht viel, aber es ist natürlich immer schön, dann nochmal irgendwie eine alte Nummer über... Also noch mal Geschichten über Günter Fitzmann zu erzählen. Ein Ausschnitt aus Praxis Bülow-Bogen.
49:47
Was ist Günter Fitzmann? Vollkommen richtig, genau. Praxis Bülow-Bogen, da klingelt gar nichts.
49:54
Doch.
49:54
Edle Tropfen in Nuss.
49:56
Absolut. Das war Günter Fitzmann. Das sagt mir tatsächlich auch nichts.
50:04
Lass uns noch kurz ein paar Frauen nennen.
50:07
Nennen wir Frauen. Ich hab hier einen Ausschnitt mit einem Mann und einer Frau. Gilt das? Hier zwei Stimmen. Wer ist das? Nur mal zum Beispiel. Ich muss Ihnen eine unangenehme Mitteilung machen, Madame.
50:18
Das hat doch nichts mit meinem Mann zu tun.
50:20
Nein, er ist ermordet worden.
50:26
Dann ist er okay.
50:28
So, hier kommt schon die richtige Antwort. Arnold, markieren. Wer war die Frau?
50:33
Ja, jetzt sind die Jürgen Kluckert-Fans ruhig geworden.
50:36
Ich hör ... Gudrun Gaube.
50:40
Nein, es war nicht Gudrun Gaube, aber fast. Es war Margot Leonhard, deutsche Stimme von Marilyn Monroe und von Schirmschau-Melone, Emma Piel. Ja, so was weiß ich jetzt mal, liebe Freunde. Okay. Wer ist hier der Inspektor? Ganz kurzer Ausschnitt, Achtung.
51:00
Was hat es mit den Blutflecken in Ihrem Teppich auf sich?
51:03
Vielleicht hatte ich Nasenbluten.
51:05
Wir haben das nachgeprüft.
51:09
Wer war der Inspektor, der gefragt hat? Ich lasse, bitte? Günter Strack ist richtig, wow!
51:22
Das ist Günter Strack.
51:23
Eine üble Sache, Sir. Erst wird er als vermisst gemeldet, dann findet man einen Teil seiner Leiche, dann stellt man fest, dass er ermordet wurde.
51:30
Ja, scheiß Problem. Der beste Dialog ist übrigens der hier. Achtung.
51:40
Kennen Sie diesen Mann? Das ist meine Sekretärin.
51:51
Ich habe Lucci Luca verhaftet. Wer ist das? Den verhafte ich immer.
51:55
Ja, komm. Jetzt mein absoluter Favorit. Erkennen Sie die Frau und den Mann. Achtung.
52:05
Haben Sie ihn gehasst? Ja. Sind Sie sicher?
52:07
Nein. Boah, sind Sie gut. Das ist ja Wahnsinn. Evelyn Hamann kam wie aus der Pistole geschossen von drei Leuten.
52:17
Und der Mann? Und wer ist der Mann? Ich spiel's nochmal vor. Ist schwer. Haben Sie ihn gehasst?
52:22
Ja. Sind Sie sicher? Nein.
52:26
Ist Gerd Hauke. Ja, hätte man drauf kommen können. Ich merke, wie Sie sagen. Ich merke, wie Sie sagen. Wer ist ein Gerd Hauke? Falsche Veranstaltung. Waren die Tickets teuer? Sorry. Ich hab noch eine super Stimme. Wenn Sie die rauskriegen...
52:47
Wenn Sie die rauskriegen. Du hast eben gesagt, man muss ja auch die Leiche finden. Man kann das sehr over the top machen. Und zwar folgendermaßen. Achtung.
53:01
Er ist tot.
53:04
Der ganze Fußboden ist voller Blut. Oh mein Gott, oh mein Gott. Und der ganze Teppich ist voll Blut. Überall ist Blut. Oh, wie entsetzlich, entsetzlich. Was werden los die Leute sagen? Ja, was werden los die Leute sagen? Oh Gott, oh Gott.
53:21
Ist das nicht sensationell?
53:32
Wer ist das? Wer ist das? Ja, das ist die Schauspielerin Paula Leper, 1954. Und ich merke genau, wie es bei Ihnen klingelt. Ich habe keine Ahnung, wer das ist. Sie alle kennen Paula Leper als die deutsche Stimme von E.T., 30 Jahre später. Und jetzt ist die Stimmung ganz im Arsch. So. Ist wirklich so.
53:53
Ich bin geplättet. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich da jetzt rauskommen soll. Ich hab kurz gedacht, das wäre hier die von Carla Kolumna. Weißt du, wer das ist?
54:02
Nein. Also ich weiß, wer das ist, aber ich weiß nicht, wer sie spricht, glaube ich gerade.
54:06
Weiß das hier jemand?
54:07
Doch, also das wissen Sie. Carla Kolumna ist ja auch aus Benjamin Büch.
54:12
Und da dachte ich eben.
54:13
Bei beiden?
54:15
Neustadt ist ein Universum. Stimmt.
54:18
Alle so, ja, das stimmt. Nein, das stimmt nicht. Du hast doch keine Ahnung.
54:22
Also wisst ihr nicht? Nee. Ich auch nicht.
54:25
Das war immer die Stimme, weswegen wir Benjamin Blümchen nicht im Auto hören durften, weil meine Mutter die Stimme ganz furchtbar fand. Ich muss im Nachhinein sagen, dass diese Figur... Was, da war der Name?
54:36
Gisela Fritsch. Ai, ai, ai. Deutsche Stimme von Judi Dench. Deutsche Stimme von Judi Dench in den Bondfilmen.
54:41
Reden wir noch von Carla Klumner. Wir reden noch von Carla Kolumna. Was für eine coole Figur ist bitte Carla Kolumna. Die lässt sich nichts sagen. Die macht ihren Job.
54:52
Die ist immer cool zu den Mädchen. Kurze Anekdote. Interessiert ja vielleicht keinen. Machen wir den Eindruck, als würden wir uns für wenig Dinge interessieren. Also passt auf. Es gibt von mir eine kleine, handgeschriebene, eine mit Schreibmaschine. Danke.
55:13
Mit Schreibmaschine, gestipptes, kleines Blatt, wo draufsteht, ich möchte später wie die Rasenreporterin Carla Kolumna sein. Jetzt bin ich eine Reporterin und ich fahr Mofa.
55:26
Alles erreicht.
55:29
Toll. Toll. Toll.
55:33
Und damit ist klar, welche Person hier am meisten von Hörspiel geprägt wurde.
55:37
Und du hast den Zettel erst Mittwoch getippt.
55:47
Okay, Zeit ist fortgeschritten. Stimmung ist im Arsch. Stimmung ist im Arsch. Was ich gerne noch wissen würde, wir haben gleich auch noch sozusagen HörerInnen-Fragen bekommen, die wir auch noch verkassen, aber vorher würde ich gerne noch wissen, wenn ihr mitspielen könntet in einem Krimi oder ein Lesen könntet, welche gemeine, gruselige Mörderfigur wärt ihr? Was könntet ihr am besten spielen?
56:11
Oh, da gibt es so vieles.
56:12
Ähm...
56:18
Also ich liebe es. Ich liebe weibliche Solidarität in Hörspielen. Das haben wir immer mal wieder. Der Ehemann will mit seiner Geliebten die Ehefrau umbringen. Natürlich.
56:32
Das Gespenst. Das Gespenst, sehr, sehr hörenswert.
56:35
Eine meiner Lieblingsfolge steht auch noch online. Wirklich großartig mehrfach auch verfilmt worden, also diabolisch zum Beispiel. Und das gibt es häufiger. Und sowas, das fände ich gut. Also ich würde ungern alleine morden. Ich würde gerne bitte mit anderen Frauen zusammen morden und gerne einen Mann.
56:53
Morden mit Kumpels.
56:55
Ja.
56:58
Wusstet ihr, dass Frauen besonders mit Gift morden?
57:02
Ja, in der Regel morden Frauen ja gar nicht so viel.
57:05
Aber wenn, dann sind es hinterhältige Mörderinnen auf jeden Fall. Das habe ich letztens irgendwo gelesen. Am Mittwoch habe ich das gelesen, dass Frauen mit Gift morden und Männer eher mit Körper und... Geist. Geist.
57:20
Wo führt das hin, dieses Gespräch?
57:24
Okay, wen würdest du spielen?
57:27
Ich wäre gern in einem Hörspiel der Typ, der immer nur das hier sagt.
57:30
Gisela. Das reicht mir doch schon. Nein, ich wäre, glaube ich ... Übrigens hat Gisela noch ein Sequel bekommen, das habe ich Ihnen noch nie vorgespielt. Das ist der Schauspieler Hermann Wagner, ein Hörspiel, was wir nie gesendet haben. Weil es gibt nicht nur Gisela, sondern auch noch ... Dieter. Wow. Das weiß keiner, das wissen jetzt nur Sie.
57:54
Ich glaube, ich wäre wahnsinnig gerne der doofe Mörder, der sich im Laufe des Gesprächs, des Verhörs immer weiter in die Scheiße reinreitet. Ich glaube, das wäre eigentlich meine Rolle. Und ich kann mir vorstellen, dass ich das so ähnlich machen würde wie der sensationelle Bremer Schauspieler Herbert Steinmetz.
58:11
Den du gerade noch suchst?
58:12
Ja, den ich gerade suche und von dem ich erkenne, dass er ungefähr so spricht, auch im Gespräch mit Hans Petsch.
58:18
Sie kennen doch Rick Angelino. Nein, nein.
58:23
Das heißt, ja.
58:24
Wir haben Fingerabdrücke auf einem gewissen Umschlag gefunden.
58:28
Ich hab ihn nicht umgebracht. Ich kenne Zex Dürer nicht. Sie kennen noch nicht Rick Angelino? Ich möchte einen Anwalt haben. Ich sage nichts.
58:38
Jim Reiner. Ist ihm noch eingefallen. Den würde ich gerne spielen. Das ist der tolle Schauspieler Herbert Steinmetz. Der war in jedem Radio Bremen Hörspiel dabei. Selbst wenn er nur einen Satz hatte oder auch sofort erschossen wurde. Niemand stirbt so schön wie Herbert Steinmetz in diesem Ausschnitt.
58:52
Nicht schießen heim!
58:57
Geht nicht besser, finde ich. So was würde ich gerne machen. Ich glaube, ich könnte es nicht.
59:12
Da wir einen Zeitrahmen haben, würde ich jetzt sagen, wir gehen mal zu den Hörerinfragen über. Wir haben hier einen kleinen Zylinder.
59:23
Einen orangenen Zylinder. Da sind Fragen drin, die auch schon, glaube ich, vom Publikum sind. Eure Redakteurin, hat ihr die eingesammelt? Aber auch Fragen über Social Media und E-Mail sind gekommen. Wir kennen sie alle nicht. Ich würde sagen, wir greifen mal rein und dann geht's los. Möchtest du zuerst reingreifen? Nein.
59:40
Nein? Aber ich reiche weiter.
59:41
Gut.
59:42
Das ist eine Christine, die jetzt auch im Publikum ist. Christine, hey. Sie ist schon gegangen.
59:47
Ah, da winkt jemand.
59:50
Hallo, liebes Podcast-Team, lieber Bastian Pastewka. Schreiben Sie Ihre Moderationen alle selber oder ist das Teamwork?
59:56
Es ist zum größten Teil meine Schreibe, aber es ist tatsächlich Teamwork, wie wir ja schon beantwortet haben. Also Infos kommen von außen und das schreibe ich dann irgendwie zusammen. Ja, Stimmung ist im Eimer.
60:05
Wir nehmen die nächste Frage.
60:08
Und was haben wir denn hier?
60:10
Hier steht, Sabine schrieb, hallo liebes Podcast-Team, bekommt ihr viel Feedback von den Fans? Wie ist die Resonanz? Wie viele Folgen werden in einem Rutsch aufgenommen? Welche sind die Lieblingsfolgen vom Team? Das sind sieben Fragen in einer. Bekommt ihr viel Feedback von den Fans? Kann ich nicht beantworten.
60:24
Ja, wir bekommen sehr, sehr, sehr, sehr oft die Frage gestellt, was die Abschlussmusik ist.
60:31
Das ist eigentlich die wichtigste Frage.
60:33
Und wir bekommen sehr, sehr oft die Frage gestellt in der Sommerpause, wann es jetzt bitte mal endlich weitergeht. Ja.
60:39
Wir bekommen auch schon mal liebevoll, wirklich so richtig liebevoll gestaltete Umschläge und Leute, die uns erzählen, dass ihnen die schwere Zeiten geholfen hat, Ken Mucks zu hören. Und diese Leute müssen auch erstmal einen kleinen Weg gehen, um zu uns durchzudringen, weil wir jetzt lange gar keine E-Mail-Adresse verbreitet haben oder so. Und die recherchieren dann trotzdem, wie sie zu uns kommen. Und natürlich wird es auch... an uns weitergeleitet, wenn es irgendwo in der ARD auftropft. Und das ist natürlich einfach total schön. Das ist einfach total schön, sowas zu lesen.
61:10
Hier steht noch, wie viele Folgen werden in einem Rutsch aufgenommen? Meistens machen wir es in Zehnerblöcken ungefähr. Dann sind es mal elf mal neun oder sowas. Welche sind die Lieblingsfolgen vom Team? Was ist das Team?
61:21
Ja, das sind wir, Theresia Singer und Kim Tangemann hilft noch viel und natürlich die Redakteure in allen anderen Hörspielabteilungen. Was sind denn unsere Lieblingsstücke? Ich habe eine Liste.
61:31
Ja gut, hau rein, hau rein.
61:34
Also Inselfrieden ist aus der ersten Staffel oder aus der zweiten?
61:39
Aus der zweiten, ein beinharter Favorit vom Publikum. Also die Leute haben euch ja eingerannt, Radio Bremen gesagt, bringt bitte Inselfrieden. Wir haben das Hörspiel gar nicht als Krimi erkannt, weil es in der Rundfunddatenbank falsch einsortiert war.
61:50
Ja, aber also klassisches Krimie-Element auf einer Insel feststecken, nicht Hilfe von außen kriegen können. Und irgendwo ist der Mörder unterwegs. Ja, mag ich. Der Mann im Fahrstuhl von Lucy Fletcher.
62:04
Das ist das älteste Hörspiel, was wir je gesendet haben. Radio Bremen 1949.
62:09
Das mag ich so gerne, weil es nur funktioniert als Hörspiel. Eine Frau kann nur zu ihrer Wohnung gelangen, auf weibliche Uhrangst, indem sie mit einem Fahrstuhl dorthin fährt. Und es gibt einen Mann, der den Fahrstuhl bedient, wie gab es früher mal in reichen Kreisen. Und sie meint da jemanden aus ihrer Vergangenheit zu erkennen. Auch schönes Krimi-Motiv, jemanden aus der Vergangenheit erkennen.
62:34
Ja, super spannend. Mag ich total gerne. Soll ich noch weitermachen?
62:38
Ja, ja, klar.
62:39
Also wir hatten schon noch das Gespenst, haben wir gerade schon angesprochen, wo ich irgendwie die Pointe hier verraten habe. Ich hoffe trotzdem noch, dass das viele hören, weil es einfach...
62:49
Total schön, dass es damit spielt, dass aus der Täterperspektive erzählt ist und der Täter sich immer mehr überlegen muss, ob er verrückt wird oder nicht. Und die Hörenden sich natürlich diese Frage dann auch stellen, wie zuverlässig ist das, was ich bisher gehört habe, was ich als Hörspielkunst herausragend finde. Ja.
63:10
Und die Mördergrube ist ein Stück, das wir gerade erst hatten. Dieses Stück ist so herausragend gut gespielt. Wir haben ein sehr großes Ensemble im Vergleich zu anderen Hörspielen, die wir haben. Wir haben einen Mann, der aus schon einer total merkwürdigen Reihung von Ereignissen in eine Feiergesellschaft trifft. Und in dieser Feiergesellschaft wird gerade das Spiel gespielt. Jeder erzählt sich, was das Schlimmste ist, was er jemals getan hat.
63:40
Und es sind ganz, ganz furchtbare Dinge. Es sind immer Dinge, die irgendwie mit dem Tod enden. Also alle haben das schon mal jemanden umgebracht oder wirklich was sehr, sehr Dramatisches gemacht. Und die Feiergesellschaft lacht immer nach jedem Mal und versichert sich so gegenseitig, dass das ja gar nicht so schlimm war und es absolut richtig war, da jetzt einfach von dem Toten wegzufahren und so. Und es wird immer grotesker und böser und böser und es ist so gut gespielt. Also ja, das ist meine Liste.
64:04
Eins meiner ersten Hörspiele, die ich je gehört habe damals. Ja.
64:09
Nächste Frage, bitte.
64:12
Ich nehme mal was handgeschriebenes. Kann ich das lesen? Steht ganz groß, danke drauf. Also, wie lange dauert die Recherche zu einer Sendung? Ich kann gut lesen, normalerweise kann ich lesen. Wie lange dauert die Recherche zu einer Sendung?
64:33
Hilf! Floasen-Güden-Etl-Ött.
64:36
Ganz einfach. Wie lange dauert die Recherche zu einer Sendung? Das kommt aufs Thema an. Manchmal müssen wir uns Informationen von außen geben lassen, dann geht es erstaunlicherweise schnell. Manchmal haben wir das Gefühl, dass uns das Thema sehr leicht fällt. Also Patricia Highsmith, Agatha Christie, Eva-Maria Mudrich, auch eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen aus den Hörspielwelten des Westdeutschen Rundfunks. Das geht dann relativ flott. Bei anderen muss man dann etwas länger recherchieren. das hängt darauf ab, was das Thema ist. Meistens nehmen wir uns so eine Woche für so zwei Recherchen.
65:10
Meistens.
65:11
Ich gebe nochmal weiter.
65:12
Welches Hörspiel rockt mehr? Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksbeck? Nächste Frage.
65:16
Benjamin Blümchen. Ich bin pro Benjamin Blümchen. Tiefe in meinem Herz.
65:22
Nie gehört.
65:24
Nie Benjamin Blümchen gehört?
65:26
Wow. Sprechender Elefant. Entschuldigung. Verstehe den Ansatz nicht.
65:33
Ist okay. Hätte ich das gewusst.
65:36
Bine Maja ist ein ganz anderes Konzept.
65:38
Klar. Stichwort Outro?
65:42
Ja.
65:43
Das fragen doch auch viele Leute.
65:44
Es fragen immer alle, was ist das hier für eine Musik?
65:57
Und das hier ist die Musik, die nach, also das Instrumental eines Schlagers, der 1951 von einer gewissen Lieselotte Malkowski aufgenommen worden ist. Und der Schlager heißt Ausgerechnet Du. Eigentlich geht das nämlich so. Du hast mir gerade noch zu meinem Glück gefehlt. Pause, Pause. Ausgerechnet Du. Pause, Pause. Ausgerechnet Du. Knaller. So, und das ist ein Instrumentalstück. Billig, billig, billig.
66:30
Aber diese gepfiffene Version, die gibt es gar nicht. Die haben nur wir. Radio Bremen hat 1953 ein Live-Hörspiel im großen Sendesaal gemacht, vor Publikum. Die Aufnahme existiert. Und ein kleines Jazz-Orchester hat damals diese Instrumentalversion gemacht. Und am Klavier hören wir einen gewissen Hans Last, den wir später alle als James Last kennengelernt haben. Jetzt wissen Sie Bescheid. Das ist die Schlussmusik. Und wenn ich es noch einmal erklären muss.
66:59
Wir hatten mal eine Assistentin, die bei uns eine Urlaubsvertretung gemacht hat und ich habe danach gefragt, wie war die Zeit, kamst du mit einem gut zurecht und sie hat gesagt, ja, ich habe halt jedes Mal einen Schnaps getrunken, weil jemand gefragt hat, wo ist die Abschlussmusik von keinem Mucks her.
67:14
Es wird dauernd gefragt. Wir haben es ja auch schon mehrfach erklärt, aber alles gut. Hier steht, hallo zusammen in jeder Staffel, beschleicht mich eine kleine Sorge, schreibt hier Wilma, dass euch die alten Hörspiele irgendwann ausgehen. Gibt es noch genug? Also das kann nicht passieren. Also das Archiv ist ja wirklich so groß. Es gibt so viele alte Aufnahmen.
67:31
Kannst du schätzen, wie viel es ist? Das kann ich nicht.
67:33
Es lohnt sich, ich habe es eben schon erwähnt, die Rundfunk-Datenbank wirklich mal querzulesen. Jeder von uns kann die nutzen, das ist einfach eine Suchfunktion, deutsches Rundfunkarchiv, DRA. Da kann man alles Mögliche eingeben, da kann man was weiß ich eingeben, Günter Strack, Radio Bremen, Krimi, dann weiß man, woher dieser Ausschnitt eben mit dem Nasenbluten zum Beispiel kam. Man sieht dann den Titel des Hörspiels, man sieht eine kurze Inhaltsangabe, man sieht alle Beteiligten, das ist frei, das kann jeder machen, das ist wie eine Art Hörspiel-Wikipedia. Daneben steht, wann das zum ersten Mal gelaufen ist, die Sendelänge. Also all die Sachen, die ich im Hörspiel erzähle, habe ich meistens aus der Rundfunkdatenbank.
68:04
Und die Menge an Hörspielen, also wenn man sie einfach nur aufmacht, ist da irgendwie ein Datensatz von weit über eine Million Hörspiele alleine. Alle Aufnahmen, die registriert sind. Es sind sogar welche dabei, die nicht mehr existieren. Also schon in den 20er Jahren sind ja, 19, 20er Jahren, sind Hörspiele gemacht worden, live. Und da gibt es tatsächlich noch... sozusagen Aufzeichnungen darüber, teilweise sogar Besetzungslisten, die sind da alle drin. Das ist also nicht Endnisarchiv und natürlich alle neue Produktionen, die gemacht werden in den ARD-Archiven, werden da verzeichnet. Das ist schon toll, was man da finden kann.
68:36
Für mich ist das die wichtigste Recherchequelle, wann immer wir anfangen. Also wenn wir Günter Pfitzmann haben, dann gibt man einmal Günter Pfitzmann einen Krimi ein und dann weiß man, wie viele es sind.
68:43
Ich würde gerne noch eine Abschlussfrage stellen. Wir müssen ein bisschen auf die Uhr gucken. Und zwar, also, das ist jetzt meine Frage, mich interessiert sehr, sehr, sehr doll, was ist eure, vielleicht gar nicht unbedingt, nee doch, von kein Mucks, aus diesen sieben Staffeln, die bis jetzt existieren, was ist eure erklärte Lieblingsfolge?
69:01
Lina.
69:03
Da antworte ich jetzt mal konservativ. Natürlich gibt es so viele unterschiedliche Hörspiele, dass ich da verschiedene Gattungen machen könnte. Aber das hast du jetzt gerade ausgeschlossen an deiner Frage, dass ich das tun darf. Deswegen würde ich tatsächlich sagen, dass es die Stimme aus dem Grab von Agatha Christie ist. Einfach weil Agatha Christie wohl die coolste Frau ist, die jemals auf Erden gelebt hat. Cool.
69:28
Und großartige Dinge geschrieben hat und um die Welt gereist ist mit so einer Weltoffenheit, die man ihren Stücken anmerkt. Und auch in diesem Stück, ich werde es nicht verraten, weil vielleicht viele es noch nicht gehört haben, aber auch hier wehren sich Frauen auf eine ganz, ganz kreative und richtig schön erzählte Art.
69:48
Dem schließe ich mich absolut an, auch weil die Stimme aus dem Grab, das ist die Fassung des Süddeutschen Rundfunks von 1962, eines der ersten Hörspiele war, die ich im Radio gehört habe. Natürlich nicht bei der Urausstrahlung, ganz sicher nicht, aber dann in einer Wiederholung in den 80er Jahren. Damals gab es im Deutschlandfunk den Mitternachtskrimi und die haben ähnlich wie bei Kein Mucks Hörspiele nicht einfach nur wiederholt oder gesendet, sondern eben auch eingeordnet in den jeweiligen Kontext. Also das ist eigentlich so das mentale Vorbild unseres Podcasts. Aber ich habe das zum ersten Mal gehört und vor allem war es ein Agatha Christie Hörspiel. Agatha Christie hat nämlich fünf oder sechs, glaube ich, Hörspiele geschrieben.
70:22
Es war sozusagen nicht nur in Anführungsstrichen eine Adaption eines ihrer Bühnenstücke oder Romane, sondern es war ein Stück, was sie ursächlich 1954 für die BBC geschrieben hat.
70:32
Und dieses Hörspiel arbeitet auch mit dem Medium Radio. Da gibt es einen rätselhaften Telefonanruf. Das macht zu hören viel mehr Spaß, als zu lesen oder auf der Bühne zu sehen. Also sie wusste, was sie da tut, auch für das Medium Radio. Und genau deshalb ist dieses Stück sehr gelungen. Und deshalb mag ich auch diese Folge, dieses Hörspiel, wahnsinnig gerne. Das ist die erste Folge der siebten Staffel.
70:54
Erste Folge der sieben Staffel. Anhören.
70:55
Die Stimme aus dem Grab.
70:57
Und damit sind wir schon durch für heute. Und ich bedanke mich ganz, ganz, ganz, ganz, ganz doll, dass ihr da wart. Es hat extrem Spaß gemacht. Und ich bedanke mich auch, dass ihr alle da wart. Und ich hoffe, es hat euch heute auch Spaß gemacht.
71:08
Vielen Dank.
71:17
Das war das Kein-Mucks-Werkstattgespräch, moderiert von Linda Becker. Eine Aufzeichnung vom 9. Mai dieses Jahres. Stimmt das? Nein. Das heißt ja. Die neuen Kein-Mucks-Folgen sind in Vorbereitung. Die Staffel 8 wird kommen. Noch gibt es keinen Starttermin. Aber wenn Sie Kein-Mucks digital abonniert haben oder das noch tun wollen, so werden Sie nichts verpassen. Denn dann werden Sie mit einer Push-Nachricht vorgewarnt. Bis dahin, alles Gute. Beste Grüße. Mein Name ist Gisela. Danke fürs Zuhören. Tschüss.